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Robin Hermann bei der diesjährigen Porsche Nacht der Talente.

Robin Hermann bei der diesjährigen Porsche Nacht der Talente.

Junioren | 08.08.2017

Die Nummer Eins in allen Lebenslagen

Robin Hermann hat einen straffen Zeitplan. Der 18-Jährige ist nicht nur im Tor der Stuttgarter Kickers ein außergewöhnliches Nachwuchstalent, er macht auch im kommenden Jahr sein Fachabi – und das voraussichtlich mit erstklassigen Noten.

Neben der Schule geht er sechsmal die Woche ins Training, am Wochenende stehen Fußballspiele an. Als erster Torwart der U19 ist seine Rückennummer die Eins – und diese Zahl ist bei ihm trotz seines vollgepackten Zeitplans nicht nur auf dem Trikot häufig wiederzufinden, sondern auch auf seinen Schulzeugnissen. Bei der diesjährigen Porsche Nacht der Talente hat er daher den Turbo2017 für die „Beste schulische Leistung“ bekommen.

Doch was ist Robins Geheimnis, das ihm dabei hilft, Leistungssport und Schule unter einen Hut zu bekommen? Durch das viele Training fehlt ihm ab und zu die Zeit zum Lernen, gibt er zu. Doch seine Stärke ist das Lernen durch Hören: „Ich versuche, im Unterricht gut zuzuhören und mir viel zu merken, sodass ich dann zu Hause weniger machen muss.“ Sein Lieblingsfach ist Rechnungswesen. Im Gegensatz zu Mathe liegt ihm das sehr gut, über gelegentlich verhauene Klausuren macht er sich eher wenig Gedanken. „Ab und zu kommt das schon mal vor, aber dann versuche ich, es beim nächsten Mal wieder zum Positiven zu drehen und dann passt das“, erklärt er ruhig.

Gute schulische Leistungen sind Robin zwar wichtig, der Fußball aber auch. Mit seinem Vater und seinen Freunden war er schon als kleines Kind immer auf dem Sportplatz unterwegs. Mit sechs Jahren fing er in Kirchheim mit dem Fußballspielen an, bevor er zum VfB Stuttgart und mit 13 Jahren zu den Stuttgarter Kickers wechselte. Der Fußball ist für ihn nun nicht mehr nur sein geliebtes Hobby, er bezeichnet ihn auch als „kleinen Beruf“. Dennoch sieht er ihn nicht als Pflicht. Seine Motivation ist der Traum, Profi-Torhüter zu werden. Dass das aber kein garantierter Weg ist, ist Robin ebenfalls klar: „Ich möchte auf jeden Fall etwas Sicheres für die Zukunft haben, und wenn es mit dem Fußball nicht klappt, kann ich mir auch ein Studium vorstellen“, erklärt er seine Motivation für gute Noten in der Schule. Auch in dieser Hinsicht zeigt sich Robin aber dem Fußball treu: Das Studium sollte auf jeden Fall in Richtung Sport gehen, Sportmanagement kommt für ihn möglicherweise infrage. Ob Sportstudium oder Fußballkarriere – eins von beidem soll Robin in der Zukunft auf jeden Fall dabei helfen, seinem Lebenstraum näherzukommen: einmal Haus, Auto und Familie zu haben.

Bis dahin heißt es nun für ihn: weiter fleißig trainieren und auf die kommende Saison vorbereiten. Denn Robin möchte so gut wie möglich starten und wichtige Spiele gewinnen. Als ehrgeiziger Torwart steht er während den Spielen sehr unter Spannung. Am allerliebsten hat er es, wenn seine Mannschaft und er keine Gegentore kassieren. Schon in der letzten Saison hat Robin begonnen, bei den Profis mitzutrainieren. Sich an das Training dort zu gewöhnen, hat bei ihm allerdings etwas Zeit gebraucht. „Bei den Profis zu spielen ist ein großer Schritt, da sie körperlich schon viel weiter sind und die Spielweise vom Tempo her viel schneller ist als in der Jugend“, erzählt er. Am liebsten trainiert Robin Torabschüsse oder direkt mit dem Ball vor dem Tor. Alle Übungen, die mit langem Laufen zu tun haben, sind weniger sein Ding, dennoch hält er sie für wichtig, um erfolgreich zu sein.

Neben Schule und Training gibt es auch noch eine andere wichtige Komponente in Robins Leben: Freunde und Familie. Ob er in der U19 oder bei den Profis spielt – seine Familie unterstützt ihn immer in seinem Tun und fiebert bei Spielen meist direkt vom Spielfeldrand aus mit. Insbesondere Robins Bruder ist mit Herzblut dabei: „Er ist vermutlich unser allergrößter Fan“, sagt Robin und lacht. Und was macht das Nachwuchstalent, wenn mal keine Spiele sind? Wann immer in seiner Wochenplanung noch Zeit zu finden ist, trifft Robin sich gerne mit Freunden. Noch einen anderen Sport zu machen, ist eher schwierig für ihn. Trotz der Verletzungsgefahr und vollem Zeitplan lässt er sich aber nicht ganz davon abhalten, denn es steckt auch ein kleiner Wintersportler in ihm. Wenn er in der kalten Jahreszeit also nicht gerade auf dem Fußballplatz Vollgas gibt, ist er gerne mit den Skiern auf Pisten unterwegs. Ob er sich da wohl auch so gut schlägt wie auf dem Fußballplatz und in der Schule? Sein Ehrgeiz lässt es vermuten.

Quelle: http://www.turbofuertalente.de/blog/eintrag/die-nummer-eins-in-allen-lebenslagen.html

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