Begonnen hat Hakan Ilhan seine Fußballkarriere beim Lahrer FV und nach der A-Jugend wechselte er zu Beginn der Saison 2006/07 zum Offenburger FV, der zu dieser Zeit noch in der Verbandsliga spielte. Ein Jahr später gelang ihm mit dem OFV der Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg. Zeitgleich begann er mit seinem BWL-Studium im 150 Kilometer entfernten Stuttgart, seit Juli 2009 schnürt er die Fußballschuhe für die „kleinen Blauen“.
Seit seinem Wechsel hat er es kaum noch in die badische Heimat geschafft. Die intensive Vorbereitungszeit, das Trainingslager in Ruit und die Vorbereitungsspiele ließen ihm kaum Zeit dafür. Dazu kommt das Studium, wobei Fussball momentan an erster Stelle steht und er auch ausserhalb des Trainingsgeländes einiges für sich und seinen Körper tut. Vor dem Spiel bereitet er sich meist konzentriert vor und das am besten mit Musik, um alles andere abschalten zu können - die bevorzugte Musikrichtung: Black und House. Ob er, wie viele Fußballer abergläubisch ist? „Nein, das nicht, aber ich bete vor jedem Spiel.“
Seine Schnelligkeit, seine Kopfballstärke und die Torgefährlichkeit sieht sein Trainer Björn Hinck als seine größten Stärken, wobei ihn der Kickers-Coach fast mehr auf der Außenbahn, als auf der Mittelstürmerposition sieht. Dass das gut funktioniert hat sich gleich beim ersten Saisonspiel, bei dem der gebürtige Lahrer das Führungstor für seine Mannschaft erzielte, bewiesen.
„Alle hier wollen noch Profis werden, jeder will noch was erreichen im Verein und im Fussball“, und das ist für ihn der auffälligste Unterschied zu seinen bisherigen Vereinen. „Die Disziplin, der Ehrgeiz, das Potential der Spieler und die professionelle Atmosphäre, all das gefällt mir bei den Kickers.“ Auch er will noch etwas erreichen im Verein und im Fussball, wenngleich er sich noch als junger und lernfähiger Spieler sieht und erstmal in der Oberligamannschaft Fuß fassen will. Dass der dabei das Team als Kapitän anführt, hat ihn doch etwas überrascht: „Während der Vorbereitungsspiele haben andere Spieler die Binde getragen, deshalb war es nicht unbedingt zu erwarten.“ „Er hat von Anfang an versucht, Verantwortung zu übernehmen“, meint U23-Abteilungsleiter Martin Kurzka, „und das ist ihm nicht nur gelungen, sondern tut der Mannschaft richtig gut.“ Seine Rolle als Spielführer nimmt er seither sehr ernst: „Die Binde verpflichtet schon irgendwie, ich will in jedem Spiel und über neunzig Minuten und auch danach Vorbild sein.“ Das zeigt auch sein Wunsch für die kommende Saison: „Ich weiß, dass die zweite Mannschaft der Kickers einen hohen Stellenwert bei den Fans genießt und auch im Namen der Mannschaft hoffe ich, dass uns viele Fans, vor allem bei den Heimspielen, unterstützen.“
Für seine Zeit bei den Stuttgarter Kickers wünschen wir Hakan alles Gute, ebenso wie zu seinem Geburtstag, den er am vergangenen Dienstag gefeiert hat.