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Enttäuscht über die Leistung seiner Mannschaft: Kickers-Trainer Horst Steffen (Foto: Baumann)

Enttäuscht über die Leistung seiner Mannschaft: Kickers-Trainer Horst Steffen (Foto: Baumann)

1.Mannschaft | 15.11.2014

Pokalaus in Ravensburg

0:1-Niederlage beim Oberligisten - Engelbrecht gibt langersehntes Comeback und schreibt Geschichte

Daniel Engelbrecht feierte heute sein langersehntes Comeback
Daniel Engelbrecht feierte heute sein langersehntes Comeback

Der Traum vom Erreichen der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal ist für die Stuttgarter Kickers geplatzt wie eine Seifenblase. Beim Oberligisten FV Ravensburg unterlag die Mannschaft von Kickers-Coach Horst Steffen im Viertelfinale des wfv-Pokals nicht unverdient mit 0:1 (0:1). Das Tor des Tages für den Underdog erzielte mit Omar Jatta (17.) ausgerechnet ein ehemaliger Kickers-Spieler – solche Geschichten schreibt nur der Fußball.

Eine andere und deutlich erfreulichere Geschichte schrieb bei diesem bitteren Pokalspiel Kickers-Profi Daniel Engelbrecht, der nach einer Leidenszeit von eineinhalb Jahren zum ersten Mal nach seiner Herzmuskelentzündung wieder auf dem Platz stand. In der 76. Minute wechselte Steffen den ersten deutschen Fußballspieler mit eingebautem Defibrillator ein, doch auch „Engel“, der nach dem Schlusspfiff von seinen Gefühlen übermannt wurde, konnte die bittere Niederlage nicht mehr verhindern.

Vor 1.500 Zuschauern im EBRA-Stadion hielten sich beide Mannschaften nicht lange mit taktischem Geplänkel auf. Bereits in Minute zwei setzte Jatta das erste Ausrufezeichen, als er überhart gegen Marc Stein zur Sache ging. Nur fünf Minuten später deutete der Stürmer bei einem Kopfball seine Gefährlichkeit an, doch der Ball ging links am von Mark-Patrick Redl gehütete SVK-Tor vorbei.

Besser machte es der wendige Stürmer in der 17. Minute, als er einen Freistoß von Harun Toprak, Bruder des Bayer 04-Bundesligaprofis Ömer, zur 1:0-Führung ins Tor köpfte. „Es war klar, dass es nach einem Rückstand noch schwerer wird, das Spiel zu drehen“, befand Steffen und ärgerte sich über das unnötige Foul, das zum Standard geführt hatte.

Große Aufregung dann in der 26. Minute, als nach einem gelungenen Angriff Fabian Gerster zum Abschluss kam und der Ball nach einem Torwartfehler des sonst sicheren Philipp Pless wohl hinter der Linie war, doch das Schiedsrichtergespann hatte es nicht gesehen und ließ weiterspielen. Nach einer halben Stunde dann der nächste Schock für die Blauen. Ohne dass der Ball in der Nähe war, knickte Abwehrspieler Hendrik Starostzik nach einem Kontakt mit seinem Gegenspieler um und musste verletzt ausscheiden.

Im zweiten Durchgang drängten die Kickers mit aller Macht auf den Ausgleich, doch entweder waren die Abschlüsse zu ungenau oder die Zuspiele in die Spitze kamen nicht an. Im Gegenzug eröffneten sich den Ravensburgern gute Kontermöglichkeiten, doch das 2:0 wollte nicht fallen oder Redl war auf dem Posten.

Den schönsten Moment erlebten die Kickers-Fans und alle mitgereisten Verantwortlichen dann in der 76. Minute, als Steffen mit Engelbrecht einen weiteren Stürmer aufs Feld schickte, der seinen langen Kampf zurück auf den Rasen mit seinem ersten Einsatz in einem Pflichtspiel krönte. „Das war heute der schönste Tag in meinem Leben. Es war ein unbeschreiblicher Moment und ich bin meiner Familie, dem Verein und den Ärzten sehr dankbar“, freute sich der Stürmer.

„Natürlich sind wir enttäuscht über das Ausscheiden und darüber müssen wir reden. Auf der anderen Seite war es nur ein Spiel und die Geschichte von Daniel zeigt mir, dass wir jeden Tag, den wir gesund sind, genießen sollten und es im Leben noch wichtigere Dinge als Fußball gibt“, fasste Steffen seine Gefühle zusammen.

Für die Blauen geht es am kommenden Wochenende in der 3. Liga weiter. Der SVK, beste Heimmannschaft der aktuellen Spielzeit, muss zum FC Rot-Weiß Erfurt (Samstag, 22. November 2014, 14 Uhr, Steigerwaldstadion), der zweitbesten Heimmannschaft der Saison. Bis dahin sollte Steffen sein Team wieder aufgerichtet und auf den zweiten Auswärtssieg eingeschworen haben.

So spielten sie:

FV Ravensburg: Pless – Zimmermann, Mähr, Joser (80. Litz), Fiesel – Toprak (70. Jann), Heimgartner, Hörtkorn (90. Wetzel), Boneberger (78. Kalteis) – Jatta (46. Soyudogru), Wohlfarth – Trainer: Wolfram Eitel

SV Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Starostzik (30. Fennell), Stein, Baumgärtel (76. Engelbrecht) – Gerster, Halimi, Braun – Badiane (66. Calamita), Soriano, Edwini-Bonsu – Trainer: Horst Steffen

Tor: 1:0 Jatta (17.)

Schiedsrichter: Gaetano Falcicchio (Konstanz)

Zuschauer: 1.500

Rote Karte: keine

Gelb-Rote Karten: keine

Gelbe Karten: Toprak, Zimmermann, Wohlfarth – Braun, Soriano

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