Nach neun Jahren im Trikot der Blauen verabschiedet sich Mario Borac von den Stuttgarter Kickers und schlägt mit seinem Wechsel zu Heracles Almelo in die Niederlande das nächste Kapitel seiner Karriere auf. Seit seinem Wechsel ins Nachwuchsleistungszentrum im Jahr 2017 hat der 20-Jährige sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen und sich bis in die erste Mannschaft der Kickers gespielt. Im Interview blickt Mario auf prägende Momente zurück, spricht über seinen bevorstehenden Wechsel und richtet persönliche Worte an Fans, Mitspieler, Mitarbeitende und die Nachwuchsspieler der Blauen.
Mario, wenn du auf deine Zeit bei den Stuttgarter Kickers zurückblickst: Was waren deine schönsten Momente im Trikot der Blauen?
Da gibt es einige besondere Erinnerungen. Ganz vorne steht für mich natürlich der Gewinn des WFV-Pokals mit der U19. Das war ein unglaublicher Moment und die Erinnerungen an diese Mannschaft werden mich noch lange begleiten. Dazu kommen die großen Highlight-Spiele, die ich erleben durfte – beispielsweise Duelle im Pokal gegen den SSV Ulm oder in der Liga gegen den VfB Stuttgart II vor einer beeindruckenden Kulisse. Solche Spiele vergisst man nicht so schnell. Aber ehrlich gesagt war für mich jedes Heimspiel etwas Besonderes. Vor den eigenen Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau aufzulaufen, war jedes Mal ein schöner Moment.
Du bist seit 2017 Teil der Kickers-Familie. Wie haben dich der Verein und die Jahre im NLZ geprägt?
Die Zeit im Nachwuchsleistungszentrum hat eigentlich meine gesamte Jugend geprägt. Seit ich elf Jahre alt bin, bin ich fast täglich auf das gleiche Gelände gefahren. Das wurde irgendwann zu einem zweiten Zuhause. Dort habe ich Freunde kennengelernt, die bis heute meine engsten Freunde sind. Die Jahre bei den Kickers haben mich sportlich auf das Niveau gebracht, auf dem ich heute spielen darf. Noch wichtiger ist aber, dass mich diese Zeit auch menschlich geprägt hat. Durch die Menschen, die ich kennenlernen durfte, und durch das familiäre Umfeld im Verein habe ich mich immer sehr wohlgefühlt.
Was bedeutet dir der Schritt zu Heracles Almelo? Warst du in den Niederlanden schon einmal bei einem Spiel?
Der Wechsel bedeutet mir sehr viel. Für mich war klar, dass ich den nächsten Schritt in meiner Entwicklung gehen möchte. Ich habe große Ziele und möchte sportlich noch möglichst weit kommen. Ich denke, dass Heracles Almelo für mich ein sehr guter Entwicklungsschritt sein kann und freue mich deshalb sehr auf die kommende Aufgabe und alles, was ich dort erleben darf. Ich war bisher noch nicht bei einem Spiel in den Niederlanden, kenne den Fußball dort aber natürlich. Ich glaube, dass die Art und Weise, wie dort gespielt wird, meinem Spiel sehr entgegenkommt und mir in meiner Entwicklung helfen kann. Genau deshalb freue ich mich auf diese neue Herausforderung.
Worauf freust du dich bei deiner neuen Herausforderung in den Niederlanden am meisten?
Vor allem freue ich mich darauf, mich in einem neuen Umfeld weiterzuentwickeln und jeden Tag dazuzulernen. Es ist eine spannende Herausforderung, in einer neuen Liga und in einem neuen Land Fuß zu fassen. Genau solche Erfahrungen helfen einem als Spieler und als Mensch, den nächsten Schritt zu machen.
Welche Botschaft möchtest du den Kickers-Fans, deinen Mitspielern und den Menschen im Verein mit auf den Weg geben?
Zunächst möchte ich den Fans ein riesiges Dankeschön aussprechen. Sie haben mir in all den Jahren so viele unvergessliche Gänsehautmomente beschert. Jedes Heimspiel war etwas Besonderes und auf jedes Spiel hat man sich aufs Neue gefreut. Für mich persönlich war das noch einmal spezieller, weil ich schon als Jugendspieler davon geträumt habe, irgendwann vor diesen Fans im Stadion aufzulaufen. Dass das zur Realität geworden ist, bedeutet mir sehr viel. Ein großes Dankeschön geht auch an meine Mitspieler. Die gemeinsame Zeit auf und neben dem Platz hat mich sehr geprägt. Man verbringt unzählige Stunden zusammen – in der Kabine, im Training, bei Spielen oder auch nach dem Training. Daraus entstehen Freundschaften und Erinnerungen, die bleiben. Außerdem möchte ich mich bei allen Mitarbeitenden im Verein bedanken. Oft sieht man gar nicht, wie viel Arbeit im Hintergrund geleistet wird. Dieses familiäre Gefühl, das mir die Menschen bei den Kickers immer gegeben haben, war etwas ganz Besonderes.
Gibt es etwas, das du den aktuellen NLZ-Spielern mitgeben möchtest, die davon träumen, einen ähnlichen Weg zu gehen?
Ich kann jedem jungen Spieler nur raten, immer mit 100 Prozent bei der Sache zu sein. Trainiert mit maximalem Einsatz, mit Leidenschaft, Hingabe und der Bereitschaft, jeden Tag etwas dazuzulernen. Gleichzeitig gehört es dazu, mit Rückschlägen umzugehen. Ich habe selbst erlebt, dass schwierige Phasen einen stärker machen können – egal ob durch Verletzungen, wenig Spielzeit oder Situationen, in denen es gerade nicht optimal läuft. Wichtig ist, dranzubleiben und den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren. Außerdem würde ich jedem raten, Charakter zu zeigen, zu seiner Persönlichkeit zu stehen und seinen eigenen Weg zu gehen. Charakterstärke und Standhaftigkeit können einem auf dem Weg nach oben enorm helfen.