Verein04.06.2026

Weitere Aufarbeitung der Vorfälle rund um das wfv-Pokalendspiel

„Es war ein sehr gutes und vertrauensvolles Gespräch“ – darin waren sich alle Beteiligten nach dem ersten gemeinsamen Treffen zur Aufarbeitung der Vorfälle rund um das wfv-Pokalendspiel am 23. Mai im und vor dem GAZi-Stadion auf der Waldau einig.

Im Sinne der Stadionallianzen kamen zu Wochenbeginn Vertreter des Württembergischen Fußballverbands (wfv), des Amts für öffentliche Ordnung, des Amts für Sport und Bewegung, des Ordnungsdienstes SDS, der Polizei, des Kickers-Fanprojekts sowie der Stuttgarter Kickers zu einer rund zweieinhalbstündigen Sitzung zusammen. In einem konstruktiven Austausch wurden die verschiedenen Vorfälle analysiert und deren Hintergründe erörtert.

Das Zünden von Rauchpulver und Pyrotechnik während der zweiten Halbzeit wird zur kommenden Saison weitere Sicherheitsmaßnahmen nach sich ziehen. Insbesondere viele junge und ältere Zuschauer in den angrenzenden Blöcken waren von der starken Rauchentwicklung betroffen. Nach den geltenden Verbandsregularien tragen die Stuttgarter Kickers eine Mitverantwortung für das Verhalten ihrer Anhänger und müssen daher mit einer empfindlichen Strafe durch das wfv-Sportgericht rechnen. Eine entsprechende Stellungnahme wurde bereits eingereicht.

Auch das unerlaubte Betreten des Innenraums und die daraus resultierende Spielunterbrechung wurden ausführlich aufgearbeitet. Dabei wurden sowohl die Provokationen eines Spielers der SG Sonnenhof Großaspach als auch beidseitig fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen thematisiert. Unabhängig davon bestand Einigkeit darüber, dass das Übersteigen der Zäune und das Betreten des Innenraums durch nichts zu rechtfertigen sind, und dass die beteiligten Personen sanktioniert werden. Einige Beteiligte haben sich bereits proaktiv beim Verein gemeldet oder konnten identifiziert werden. Weitere Personen werden auf Grundlage der vorhandenen Bild- und Videoaufnahmen ermittelt.

Trotz der Spielunterbrechung, die ebenfalls ein entsprechendes Strafmaß des wfv-Sportgerichts nach sich ziehen wird, wurde die gute Kommunikation aller Beteiligten in der angespannten Situation hervorgehoben. Durch den engen Austausch zwischen Sicherheitsverantwortlichen, Schiedsrichterteam und Fanvertretern konnte die Partie ordnungsgemäß und ohne weitere Zwischenfälle beendet werden.

Nach Spielende kam es zudem zu einem Böllerwurf auf ein Fahrzeug von Kickers-Fans. Neben erheblichem Sachschaden am Fahrzeug erlitten die Insassen gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die Aufarbeitung des Vorfalls erfolgte bereits am Pfingstwochenende, und die Kosten für den entstandene Sachschaden werden übernommen. Vereinsvertreter stehen weiterhin in engem Austausch mit den Betroffenen und hoffen auf deren vollständige Genesung.

Ausführlich besprochen wurde auch der Raubüberfall sowie die Gewalttat gegen einen Spieler der SG Sonnenhof Großaspach rund zwei Stunden nach Spielende. Alle Beteiligten machten deutlich, dass Gewalt, Einschüchterung und persönliche Übergriffe in jeglicher Form konsequent verurteilt und geahndet werden müssen. Für künftige Spiele wurden zusätzliche Maßnahmen vereinbart, um erkennbare Spieler, Offizielle und Fans des Gastvereins konsequenter und über einen längeren Zeitraum nach Spielende von den Heimfans zu trennen. Die Stuttgarter Kickers haben sich bereits am Wochenende persönlich beim betroffenen Spieler gemeldet und ihr Bedauern ausgedrückt.

Zum Abschluss der Sitzung wurde die insgesamt gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten am Standort GAZi-Stadion sowie das konstruktive Verhältnis zur aktiven Fanszene hervorgehoben. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass beim Pokalfinale Grenzen überschritten wurden und die Vorfälle entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen müssen. Für die neue Saison sind neben verstärkten Zugangskontrollen weitere Maßnahmen geplant und eine nochmals verstärkte Präventionsarbeit gemeinsam mit der Fanabteilung (FAdSKi) und dem Kickers-Fanprojekt.