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Ein rassiges Spiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und den Kickers sahen die 15.412 Zuschauer in der MDCC-Arena in Magdeburg (Fotos: Baumann).

Ein rassiges Spiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und den Kickers sahen die 15.412 Zuschauer in der MDCC-Arena in Magdeburg (Fotos: Baumann).

1.Mannschaft | 28.02.2016

Mutiger Auftritt ohne Belohnung

Kickers unterliegen beim Aufsteiger Magdeburg 1:2

Sah eine engagierte Leistung seiner Mannschaft: Tomislav Stipic.
Sah eine engagierte Leistung seiner Mannschaft: Tomislav Stipic.

Die Stuttgarter Kickers haben sich für einen mutigen Auftritt leider nicht belohnt. Im Auswärtsspiel beim Aufsteiger 1. FC Magdeburg unterlagen die Blauen knapp mit 1:2 (0:2) und bleiben mit 26 Zählern weiterhin Vorletzter in der 3. Liga. Die Tore für die Gastgeber vor 15.412 Zuschauern in der MDCC-Arena in Magdeburg erzielten Sebastian Ernst (2.) und Tarek Chahed (32.). Alessandro Abruscia gelang mit einem leicht abgefälschten Freistoßtor lediglich der Anschlusstreffer (65.). Bereits am kommenden Mittwoch, 2. März 2016, geht es für die Blauen weiter. Um 19 Uhr ist der SV Wehen Wiesbaden zu Gast im GAZi-Stadion auf der Waldau.

„Ich habe heute ein sehr intensives und mutiges Spiel meiner Mannschaft gesehen. Wir hatten sehr viel Aktivität auf dem Platz. Zwei Alutreffer und drei bis vier herausgespielte Tormöglichkeiten haben aber nicht gereicht, um gegen einen gut organisierten Gegner zu punkten. Es tut mir leid, dass sich die Mannschaft für ihren Aufwand nicht belohnt hat. Wir müssen uns jetzt regenerieren und am Mittwoch wieder an unsere Leistungsgrenze gehen, um uns die verlorenen Punkte zurückzuholen“, analysierte Kickers-Coach Tomislav Stipic in der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Mit Erich Berko und Edisson Jordanov kehrten nach ihrer Gelbsperre zwei Stammspieler erwartungsgemäß zurück in die Startformation. Die Abwehrreihe blieb mit Fabio Leutenecker, Marc Stein, Hendrik Starostzik und Fabian Baumgärtel unverändert. Für den verletzten Bajram Nebihi, der nach einem letzten Belastungstest leider passen musste, stand Alessandro Abruscia in der Anfangself. Auf der Doppelsechs agierten Sandrino Braun sowie Klaus Gjasula und in vorderster Front sollte Stephané Mvibudulu für Torgefahr sorgen. Erstmals wieder im Kader der Kickers tauchte nach langer Verletzungspause Lhadji Badiane auf.

War Antreiber im Mittelfeld: Klaus Gjasula.
War Antreiber im Mittelfeld: Klaus Gjasula.

Die Partie begann für die Kickers mit einem Schock. Nach der ersten Ecke für Magdeburg stand Ernst im Fünfmeterraum frei und schob den Ball in der 2. Minute zum 1:0 für die Hausherren ins Netz. Doch die Gäste aus Degerloch zeigten sich keineswegs beeindruckt. Zunächst war es Baumgärtel, der einen Freistoß von halbrechts knapp über die Querlatte zirkelte (5.) und eine Minute später knallte Leutenecker einen Distanzschuss aus 25 Metern an den Pfosten.

Nach zehn Minuten bekamen die Kickers das Spiel zunehmend besser in den Griff. Es folgte eine Reihe von Eckbällen, die allerdings nichts Zählbares einbrachten. Eine unschöne Aktion dann in der 16. Minute, als Christian Beck an der Eckfahne Kickers Verteidiger Starostzik mit voller Wucht wegcheckte und dafür von Schiedsrichter Sören Storks aus Ramsdorf ermahnt wurde. Eine Minute danach hatte Mvibudulu aus 16 Metern freie Bahn, doch die Kugel ging rechts am Tor vorbei.

Schrecksekunde dann in der 22. Minute: Im Mittelfeld rasselte Starostzik im Luftkampf mit einem Magdeburger Spieler zusammen und musste außerhalb vom Spielfeld behandelt werden. Nach kurzer Pause kehrte der knallharte Innenverteidiger aber glücklicherweise wieder zurück. Die Partie blieb in der Folgezeit ohne größere Höhepunkte, doch in der 32. Minute fiel aus dem Nichts das nächste Tor für die Hausherren. Nach einem Konter wurde Chahed an der Strafraumgrenze angespielt, der nach einer Finte auf 2:0 erhöhen konnte – ein Beispiel für Effizienz.

Feierte in Magdeburg sein Comeback: Lhadji Badiane.
Feierte in Magdeburg sein Comeback: Lhadji Badiane.

In der 37. Minute hatten die Zuschauer in der MDCC-Arena den nächsten Torschrei auf den Lippen, doch der Freistoß von Nico Hammann streifte nur das Außennetz. Kurz danach hatte Ernst die nächste gute Gelegenheit für den FCM, doch aus halbrechter Position drosch der Kapitän den Ball übers Gehäuse. Die Kickers spielten ganz ansehnlich, doch die entscheidenden Aktionen hinein in den Magdeburger Strafraum wollten einfach nicht gelingen. So blieb es zur Pause bei einer schmeichelhaften 2:0-Führung für den Aufsteiger, der mit zwei gelungenen Angriffen die Kickers überrascht hatte.

In der Halbzeitpause reagierte Stipic auf die Harmlosigkeit im Angriff und brachte für Jordanov Stürmer Daniel Lang, der seine Torgefahr in der U23 schon unter Beweis gestellt hat. Die erste gute Gelegenheit nach dem Seitenwechsel hatten dann auch die Kickers durch einen Freistoß von Abruscia, doch Jan Glinker im FCM-Tor war auf dem Posten (49.). Das Spiel nahm nun an Fahrt auf: Die Kickers drängten auf den Anschlusstreffer und Magdeburg lauerte auf Kontersituationen. In der 60. Minute hatte Berko die beste Möglichkeit zum Anschlusstreffer, doch der erfolgreichste Kickers-Stürmer traf aus elf Metern aus halbrechter Position nur den Pfosten.

Große Aufregung in der 64. Minute: Lang hatte sich im Zweikampf durchgesetzt und war alleine auf dem Weg zum FCM-Tor, als er von David Kinsombi unsanft gestoppt wurde. Anstatt die Rote Karte zu zücken, beließ es der Referee beim gelben Karton. Aus dem Freistoß heraus gelang Abruscia aus gut 25 Metern mit einem abgefälschten Schuss der 2:1-Anschlusstreffer. Die Kickers setzten sich nun in der Hälfte der Magdeburger fest und brachten die Gastgeber immer wieder in Bedrängnis, die sich ihrerseits nur noch mit Befreiungsschlägen zu helfen wussten.

Um den Angriffsdruck zu erhöhen, wechselte Stipic in der 77. Minute Badiane für Braun ein und gleich brannte es lichterloh. Nach einer Flanke von Baumgärtel kam Berko zum Kopfball, der allerdings sein Ziel verfehlte (79.). Magdeburg geriet nun zunehmend ins Schwimmen und rettete sich nur noch mit langen Bällen, während die Kickers weiterhin um den Ausgleichstreffer bemüht waren. Nach einem Freistoß von Leutenecker köpfte Mvibudulu den Ball hauchdünn über die Querlatte (86.).

In der Schlussphase hatte Magdeburg nochmals zwei gute Überzahlsituationen, die aber schlampig zu Ende gespielt wurden. Das mögliche 3:1 verhinderte Rouven Sattelmaier mit einer guten Parade. Nach dem Abpfiff wurde es nochmal turbulent, als es im Mittelkreis zu einer Rudelbildung kam. Mit gesenkten Köpfen schlichen die Kickers vom Platz, doch viel Zeit, um dem Spiel nachzutrauern bleibt nicht, da mit dem Heimspiel gegen Wiesbaden die nächste schwierige Aufgabe ansteht.

So spielten sie:

1. FC Magdeburg: Glinker – Niemeyer, Handke, Kinsombi, Hammann – Löhmannsröben, Sowislo – Chahed (88. Bankert), Farrona (81. Razeek), Ernst (68. Altiparmak) – Beck – Trainer: Jens Härtel

SV Stuttgarter Kickers: Sattelmaier – Leutenecker, Starostzik, Stein, Baumgärtel – Braun (77. Badiane), Gjasula – Abruscia, Jordanov (46. Lang), Berko – Mvibudulu – Trainer: Tomislav Stipic

Tore: 1:0 Ernst (2.), 2:0 T. Chahed (32.), 2:1 Abruscia (65.)

Schiedsrichter: Sören Storks (Ramsdorf)

Zuschauer: 15.412

Rote Karten: keine

Gelb-Rote Karten: keine

Gelbe Karten: Kinsombi – Gjasula, Leutenecker, Starostzik

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