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1.Mannschaft | 31.08.2019

Nächste Auswärtspleite: 0:1 in Pforzheim

Erneut viele vergebene Chancen und ein umstrittener Foulelfmeter sorgen für die nächste vermeidbare Niederlage

David Kammerbauer behauptet den Ball.
David Kammerbauer behauptet den Ball.

Bereits am 5. Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg ist das große Problem mehr als ersichtlich: der Gegner macht aus den wenigen Möglichkeiten, die die Kickers-Defensive zulässt, die Tore, während die Offensive der Degerlocher noch viel zu viele Möglichkeiten teilweise kläglich vergibt. So reichte heute den in der Defensive gut organisierten Gastgebern, die um jeden Ball kämpften und im Strafraum immer wieder noch den Körper oder ein Bein dazwischen bekamen, das entscheidende Elfmetertor von Johnathan Zinram zum dreifachen Punktgewinn. Wie sagte der Pforzheimer Coach treffend nach dem Spiel zu seiner Devise: „Wenn ich vorne kein Tor schießen kann, darf ich hinten auch keines bekommen. Deshalb bin ich stolz auf meine Defensive, denn jedes Mal war noch jemand dran und wenn die Abwehr nicht da war, war unser überragender Keeper zur Stelle.“

Die Degerlocher spielten im 4-4-2 mit der Raute im Mittelfeld und Markus Obernosterer hinter den beiden Spitzen Mijo Tunjic und Cristian Giles. Johannes Ludmann startete für Malte Moos auf der Außenverteidigerposition und Marvin Weiss ersetzte den an der Wade angeschlagenen Nico Blank in der heutigen Partie, die bei hochsommerlichen Temperaturen mit viel Ballbesitz für die Stuttgarter begann. Denn die Pforzheimer warteten tief in der eigenen Hälfte und lauerten auf ihre Konterchancen. So gab es in den ersten zwanzig Minuten auf beiden Seiten nichts Gefährliches zu vermelden, bis der erste Konter von Andre Redekop in die erste Torannäherung mündete, der aber nur das Außennetz traf (22.).

Auf der Gegenseite schließlich die erste Chancen für die Blauen, als das Leder von Giles diagonal durch den Strafraum und an Keeper Manuel Salz vorbei flog, als am zweiten Pfosten der heranstürmende Obernosterer noch an den Ball kam und aufs Tor brachte, doch Patrick Huckle schlug den Ball noch von der Torlinie und bewahrte sein Team vor dem Rückstand (23.).

In der 31. Minute dann die spielentscheidende Szene: Lukas Kling berührte angeblich Julian Grupp seitlich im Strafraum und Schiedsrichter Tobias Eisele entschied unter großem Protest auf Seiten der Stuttgarter auf Foulelfmeter für Pforzheim. Johnathan Zinram verwandelte sicher in den linken Winkel zum 1:0 (31.).

Die Partie nahm fortan deutlich mehr Fahrt auf und wurde nun auch ruppiger, so dass der Referee mit seinem Gespann doch mehr Mühe mit der Leitung hatte, als ihm lieb war. Viele Fouls, unverständlich Entscheidungen bei vermeintlichen Schwalben und vor allem das Zeitspiel von Keeper Manuel Salz ließen das Sportliche in den Hintergrund rücken. Es endete gar damit, dass kurz vor der Pause beide Trainer die Gelbe Karte sahen, bis sich in der Pause alle beruhigen sollten, auch wenn Ramon Gehrmann auf dem Weg in die Kabinen genug Redebedarf mit Eisele hatte.
In der Nachspielzeit blieb der ehemalige Kickers-Schlussmann Salz beim Flugkopfball von Tunjic aus kurzer Distanz und beim Schlenzer von Cristian Giles ins lange Eck mit zwei starken Paraden der Sieger.
 

Viele Zweikämpfe bekamen die 920 Zuschauer zu sehen.
Viele Zweikämpfe bekamen die 920 Zuschauer zu sehen.

Die Phase nach der Pause war die Beste im heutigen Spiel: Eine der zahlreichen Ecken sorgte zu Beginn des zweiten Spielabschnitts für die erste Gefahr, als Tobias Feisthammel am langen Pfosten das Ziel verfehlte - viele Zuschauer hatten hier den Torschrei schon auf den Lippen (50.).

Nach einer scharfen Flanke von Obernosterer hatte Cristian Giles die nächste dicke Chance, als erneut Keeper Salz aus kurzer Distanz seine Schuss parieren konnte (52.). Die nächste Hereingabe von Giles landete abgefälscht vor den Füßen von seinem Sturmpartner Tunjic, der sich jedoch beim Abschluss zu lange Zeit ließ, so dass sich wieder ein Pforzheimer dazwischen werfen und klären konnte (55.). Auch beim Schuss aus dem Rückraum von Marvin Weiss zeigte der Schlussmann keine Schwäche, als er sich ganz lang machte und die Kugel aus der linken Torecke fischte (59.).

In der 65. Minuten dann Aufregung auf beiden Seiten: Im Pforzheimer Strafraum übersah der Unparteiische ein vermeintliches Handspiel und auf der Gegenseite kam es im Strafraum der Kickers zum Kontakt, als sich Tobias Trautner das Spielgerät von Ratifo schnappte und die Gastgeber hier einen weiteren Foulelfmeter forderten.

Es begann die Zeit der Wechsel auf beiden Seiten, bei den Blauen kamen unter anderem Noah Lulic und Shkemb Miftari für noch mehr Offensive-Power. Doch so richtig zwingende Chancen schafften die vier Angreifer auf Seiten der Blauen in der Hitze des Holzhofstadions leider nicht mehr herauszuarbeiten. Irgendwie fehlte der letzte Wille auf das Tor, was auf dem holprigen Rasen und der Hitze auch nicht einfach war. Teilweise konnten sich die Gastgeber vom Druck der Stuttgarter befreien und zeigten ihrerseits minutenlange Ballstafetten, ohne dass die Kickers an das Leder kamen. In der Nachspielzeit kamen die Blauen zwar nochmal gefährlich in den Strafraum, aber immer wieder schafften es die kampfstarken Gastgeber zu klären, so dass es tatsächlich beim knappen Erfolg für die „Rassler“ blieb.
 

Ramon Gehrmann hatte schon in der Halbzeitpause mit Schiedsrichter Tobias Eisele einiges zu besprechen.
Ramon Gehrmann hatte schon in der Halbzeitpause mit Schiedsrichter Tobias Eisele einiges zu besprechen.

Cheftrainer Ramon Gehrmann nach der Partie: „Glückwunsch an den CfR zu Sieg, der aufgrund der Tatsache, dass sie wirklich aufopferungsvoll gekämpft und im Sechzehner sehr gut verteidigt haben, auch verdient ist. Denn wenn wir aus unseren zahlreichen Chancen keine Tore machen und Pforzheim den Elfmeter nutzt, um 1:0 in Führung zu gehen, dann dürfen wir uns nicht beklagen. Im Grunde setzt sich das fort, dass das Verhältnis bei uns zwischen herausgespielten Chancen und erzielten Toren eben überhaupt nicht stimmt. Aber was für einen Trainer immer noch besser ist, weil die Tatsache, dass man eben auch bei einem Gegner wie Pforzheim so viele Chancen herausspielt, das sollte uns für die Zukunft optimistisch stimmen. Aber man muss eben auch mal aus drei Metern einen Ball im Tor unterbringen.“

Für die Kickers geht es am kommenden Samstag, 7. September mit dem Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Göppingen weiter. Anstoß ist um 14.00 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau.

Marvin Weiss.
Marvin Weiss.

Es spielten:

1.CfR Pforzheim: Salz – Sailer, von Nordheim (72. Baloglu), Cristescu (88. Plattek), Huckle – Zinram, Gudzevic (80. Tardelli Rancano), Grupp, Soultani (60. Czaker) – Redekop, Ratifo
Ersatz: Mai (ETW), Masurica, Crnkic, Kovacevic, Saito,
Trainer: Fatih Ceylan

SV Stuttgarter Kickers: Trautner – Ludmann (70. Moos), Feisthammel, Auracher, Kammerbauer (63. Miftari) – Weiss, Kling (63. Braun), Obernosterer (73. Lulic), Klauß   – Tunjic, Gilles
Ersatz: Bromma (ETW), Niedermann, Kilic, Vochatzer
Trainer: Ramon Gehrmann

Tore: 1:0 Johnathan Zinram (31., FE)

Schiedsrichter: Tobias Eisele (Korntal-Münchingen), Assistenten: Tobias Lauber, David Modro

Gelbe Karten:  Gudzevic, Ceylan – Kammerbauer, Kling, Gehrmann
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -

Zuschauer: 920 Fans im Holzhofstadion Pforzheim
 

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