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Freude bei Trainer Ramon Gehrmann und Patrick Auracher, der mit seinem Treffer zum 1:2 die Partie drehte (Foto: Baumamn).

Freude bei Trainer Ramon Gehrmann und Patrick Auracher, der mit seinem Treffer zum 1:2 die Partie drehte (Foto: Baumamn).

1.Mannschaft | 22.09.2019

Kickers drehen Spitzenspiel in Freiberg

Verdienter 3:1-Auswärtserfolg im Oberliga-Spitzenspiel

Marvin Weiss und Mert Tasdelen
Marvin Weiss und Mert Tasdelen

Dass es am Ende ein verdienter Sieg am 8. Oberligaspiel für die Stuttgarter Kickers war, darüber waren sich beide Trainer einig. Denn nach zuvor vielen vergebenen Chancen der Blauen erzielte Niklas Pollex für die Gastgeber zunächst die überraschende Führung nach einem Eckball (33.). Doch Mijo Tunjic (56.), Patrick Auracher (70.) und Shkemb Miftari (88.) drehten die Partie zugunsten der Degerlocher, die auch noch drei Pfosten- bzw. Lattentreffer zu verzeichnen hatten.

Die Degerlocher spielten im Vergleich zum 5:1-Heimerfolg gegen Dorfmerkingen nur mit einer Änderung in der Startelf, denn Leon Braun bekam den Vorzug vor Lukas Kling. Trainer Ramon Gehrmann ließ auch heute seine Mannschaft wieder im 4-4-2 mit der Raute im Mittelfeld auflaufen. In den ersten Minuten begannen die Stuttgarter im Wasenstadion mit viel Elan und hatten ihre erste Halbchancen durch einige Freistöße, Eckbälle und herausgearbeitete Abschlüsse. Doch der richtige Aufreger dann in der 24. Minute, als die Querstange des Freiberger Tores kräftig wackelte: Niko Blank trieb den Ball auf seiner Außenbahn nach vorne und flankte in die Mitte, wo Cristian Giles das Spielgerät volley nahm, aber mit seinem satten Schuss aus zehn Metern tatsächlich nicht die Führung erzielten konnte. Auch die nächste Möglichkeit gehörte dem Spanier, als Michael Klauß noch den Ball vor die Grundlinie in die Mitte schlagen konnte. Das Spielgerät hüpfte einen Meter vor der Torlinie auf, jedoch schaffte es Giles nicht mit seinem Kopfball aus spitzem Winkel den Freiberger Schlussmann Michalik zu überwinden (31.).

Die Freiberger, die auf die gesperrten Stammspieler Denis Zagaria und Hakan Kutlu verzichten mussten, hatten bis dato überhaupt keine Offensivaktionen. „Wir haben uns selber geschwächt mit den Ausfällen beim Spiel gegen Pforzheim, die Qualität ist schwierig zu ersetzten“, äußerte sich SGV-Coach Mario Estasi nach der Partie, „aber Kompliment an mein Team, wie sie die Ausfälle schon seit Saisonbeginn wegsteckt.“ Denn sein Team ging mit deren ersten Torannäherung in Führung: Nach einem langen Einwurf sprang der Ball am ersten Pfosten an Freund und Feind vorbei und am zweiten Pfosten köpfte der eingelaufene Niklas Pollex vor dem zu unentschlossenen Klärungsversuch von Patrick Auracher zur völlig überraschenden 1:0-Führung (33.) – unglaublich!

Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff dann die nächste Möglichkeit für die Stuttgarter aus der Rubrik „die muss er machen“: Giles flankte an den Fünfmeterraum auf seinen Sturmkollegen Tunjic, der mit einer schönen Körperdrehung sein Gegenspieler ins Leere laufen ließ, doch tatsächlich nur den linken Außenpfosten traf – dem Ärger ließ der Torjäger freien Lauf (40.).

Mijo Tunjic jubelt nach seinem Ausgleichstreffer.
Mijo Tunjic jubelt nach seinem Ausgleichstreffer.

Keine Wechsel gab es zu Beginn des zweiten Spielabschnitts, der zunächst so weiter verlief. Die Kickers waren die überlegene Mannschaft und hatten ihre ersten Abschlüsse. Bis Mijo Tunjic nach 56 gespielten Minuten endlich den verdienten Ausgleich erzielte. Weiss passte quer auf Giles, dessen Schuss der Keeper Michalik zwar noch auf die Seite abwehren konnte, aber genau vor die Füße vor Tunjic, als er freistehend den Abpraller flach ins Eck verwertete. Die Wasenkicker protestierten minutenlang mit dem Schiedsrichtergespann aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition des Kickers-Angreifers, aber der Treffer behielt seine Gültigkeit.

Die Antwort der Freiberger auf den Ausgleich war ein schneller Angriff, den die Kickers zunächst abwehren konnten, doch Tobias Trautner entschärfte den Schuss von Steven Kröner aus kurzer Distanz klasse über die Latte (65.). Patrick Auracher gehörten dann die nächsten 120 Sekunden: erst traf er freistehend mit dem linken Fuß aus kurzer Distanz nach einer Ecke von Michael Klauß zum 2:1-Führungstreffer und direkt nach Wiederanpfiff klärte er mit einer Grätsche kompromisslos dem einschussbereiten Muzliukaj das Leder vor den Füßen weg. „Da kann ich nur den Hut vor Padde Auracher ziehen, da der Treffer purer Wille war. Den haben wir heute gebraucht, um hier einen Dreier mitzunehmen“, so der Kickers-Coach an seiner alten Wirkungsstätte.

Neben dem jederzeit erkennbaren Willen hatten die Kickers beim Kopfballtreffer von Volkan Celiktas auch Glück, der nach einem Freistoß aus dem Halbfeld wohl knapp im Abseits gestanden haben muss. Das Schiedsrichtergespann entschied noch bevor der Ball im Netz zappelte auf Abseits (68.).

Es brach die Zeit der Wechsel auf beiden Seiten an und der frisch eingewechselte Shkemb Miftari führte sich gleich mit einem Pfostenschuss vom Strafraumeck ein (72.). Als Trautner den tollen Angriff der Gastgeber und den Schuss von Simon Klostermann mit den Fäusten abwehrte (85.), sorgten in der 88. Minute die beiden neuen Angreifer der Stuttgarter für die Vorentscheidung. Zunächst wurde Noah Lulic von Weiß steil geschickt, doch Keeper Michalik rückte schnell heraus und wehrte den Schuss mit einer tollen Fußabwehr ab. Miftari schnappte sich den Abpraller und schob überlegt flach rechts unten ein - da war er schließlich machtlos und die Partie mit 3:1 entschieden (88.).

Cheftrainer Ramon Gehrmann nach der Partie: „Es ist ein sehr emotionales Spiel und eine emotionale Rückkehr für mich gewesen. Ich freue mich über den Sieg und das war auch das Ziel hier zu gewinnen. Aufgrund der Spielanteile war es ein verdienter Sieg, auch wenn er in der Entstehung der Tore glücklich war, da die eine oder andere Situation auch hätte anders gewertet werden können. Aber ich glaube, wenn man allein die Pfosten- und Lattenschüsse zählt, kann man vielleicht sagen, dass ich die Kabine gleich gefunden habe, während meine Mannschaft etwas länger brauchte bis sie ins Tor gefunden hat. Insgesamt möchte ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen, aber auch der SGV hat ein starkes Spiel gemacht. Sie waren in einer Disziplin deutlich besser als wir, und das waren die Standardsituationen. Umso mehr freut es mich, dass wir nach einem Eckball ein Tor gemacht haben.“

Weiter geht es am kommenden Wochenende mit dem nächsten Heimspiel in der Oberliga. Am Samstag, 28. September empfangen die Kickers den FC Nöttingen um 14.00 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau.

 

Nico Blank attackiert Mert Tasedelen.
Nico Blank attackiert Mert Tasedelen.

Es spielten:

SGV Freiberg: Michalik – Celiktas, Kröner, Milisic, Andric – Pollex (69. Barini), Latifovic (78. Klostermann), Seegert (84. Ferati), Müller – Tasdelen (90.+2, Tuksar), Muzliukaj
Ersatz: Loch – Milenkovic, Keklik, Parharidis, Stüber
Trainer: Mario Estasi

SV Stuttgarter Kickers: Trautner – Moos (78. Ludmann), Auracher, Feisthammel, Kammerbauer – Blank, Braun (78. Kling), Weiss, Klauß  – Tunjic (69. Miftari), Gilés (78. Lulic)
Ersatz: Bromma (ETW), Niedermann, Vochatzer, Visoka
Trainer: Ramon Gehrmann

Tore: 1:0 Niklas Pollex (33.), 1:1 Mijo Tunjic (56.), 1:2 Patrick Auracher (70.), 1:3 Shkemb Miftari (88.)

Schiedsrichter: Hafes Gerspacher (Heitersheim), Assistenten: Simon Wolf und Timo Bugglin

Gelbe Karten: Celiktas, Kröner, Czeillinger, Ivanusa; Giles, Blank, Braun
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -

Zuschauer: 2.053 Fans im Stadion auf dem Wasen in Freiberg a.N.
 

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