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Unvergesslicher Moment für die Kickers-Profis: Aufstellung zum Testspiel gegen Inter Mailand.

Unvergesslicher Moment für die Kickers-Profis: Aufstellung zum Testspiel gegen Inter Mailand.

1.Mannschaft | 12.07.2015

Kickers ärgern Inter in Halbzeit zwei

Steffen-Elf steht bei knapper 3:4-Niederlage kurz vor Sensation

Glänzte als Doppeltorschütze: Manuel Fischer (re.).
Glänzte als Doppeltorschütze: Manuel Fischer (re.).

Zur Halbzeit der Partie Stuttgarter Kickers gegen Inter Mailand deutete alles auf eine deutliche Niederlage hin. Mit 4:0 führte das Team von Inter-Coach Roberto Mancini gegen eigentlich nicht schlecht spielende Stuttgarter, doch wie sagte einst ein großer deutscher Trainer: „Ein Spiel dauert 90 Minuten“. In der Tat schaffte es das Team um Kickers-Kapitän Enzo Marchese, das Ergebnis in Durchgang zwei erträglicher zu gestalten. Nach Toren von Manuel Fischer (54./85.) und Andreas Ivan (90.) hieß es am Ende nur noch 3:4. Für Inter hatten vor 5.000 Zuschauern in Reischach Rodrigo Palacio (3./10.), Marcelo Brozovic (23.) und Mauro Icardi (29.) getroffen.

„Ich war insgesamt mit der Leistung der Mannschaft zufrieden. Wir haben in der ersten Halbzeit vier hundertprozentige Torchancen nicht genutzt und drei Tore des Gegners durch katastrophale Fehlpässe vorbereitet. Der erste Durchgang war relativ ausgeglichen, aber es steht 4:0 für den Gegner und das war das Ärgerliche. Ich weiß, dass die Mannschaft es deutlich besser machen kann“, haderte Steffen nach den unterhaltsamen 90 Minuten mit der mangelhaften Chancenverwertung.

Die Startelf gegen den italienischen Topklub Inter Mailand.
Die Startelf gegen den italienischen Topklub Inter Mailand.

Den ersten Schuss feuerte ausgerechnet ein Italiener in Reihen der Kickers ab. Alessandro Abruscia nahm sich nach noch nicht einmal gespielten 60 Sekunden ein Herz, doch Inter-Keeper Samir Handanovic war von Beginn an hellwach. Wie es richtig geht, zeigte Inter zwei Minuten später, allerdings begünstigt durch einen kapitalen Fehlpass von Markus Mendler. Mit dem Geschenk im Mittelfeld machte sich Palacio auf den Weg zu Korbinian Müller, der die ersten 30 Minuten im Kasten stand und alle vier Gegentore fressen musste.

Von dem frühen Rückstand zeigten sich die Kickers wenig beeindruckt und starteten ihrerseits einen Angriff, an dessen Ende der Pfosten für den geschlagenen Handanovic rettete. Gerrit Müller hatte nach einer Kombination mit Abruscia aus 16 Metern Maß genommen, aber es fehlten nur ein paar Zentimeter zum Ausgleich. Stattdessen markierte Palacio in der 10. Minute seinen zweiten Treffer, als er schön in die Gasse lief und einen Zauberpass verwertete.

Hätten sicherlich gerne gespielt (v.li.n.re.): Marco Calamita, Edisson Jordanov und Elia Soriano.
Hätten sicherlich gerne gespielt (v.li.n.re.): Marco Calamita, Edisson Jordanov und Elia Soriano.

In der 16. Minute konnte sich Fabian Baumgärtel über die linke Seite bis zur Grundlinie durchspielen, doch seine flache Hereingabe auf Müller wurde zur Ecke geklärt, die aber nichts einbrachte. Eiskalt hingegen die Mailänder, bei denen in der 23. Minute Brozovic auf 3:0 erhöhen konnte. Kein Grund aufzustecken, dachte sich Erich Berko und tauchte in der 25. Minute mutterseelenalleine vor Handanovic auf, der mit einer Parade die Null festhielt. Fast im Gegenzug lupfte Palacio die Kugel an die Latte,

Dem 0:4 ging ein schlimmer Fehler von Korbinian Müller voraus, der den Ball Icardi direkt in die Füße spielte und dieser mühelos vollendete. Den Schlusspunkt auf eine aus Kickers Sicht ernüchternde erste Hälfte setzte Müller, doch sein Abschluss aus 16 Metern war zu unplatziert und keine Gefahr für das Inter-Gehäuse.

Die Mannschaft machte nach dem Spiel gegen Mailand die Welle.
Die Mannschaft machte nach dem Spiel gegen Mailand die Welle.

Die große Aufholjagd starteten die Blauen dann im zweiten Durchgang. In der 54. Minute verkürzte der eingewechselte Fischer mit einem Drehschuss auf 1:4. In der Folge dominierten die Stuttgarter das Spiel und erarbeiteten sich weiter gute Möglichkeiten. Wiederum war es Fischer, der den Ball auf Marchese ablegte, anstatt selber zu schießen (61.). Zehn Minuten später nahm Fischer eine Flanke von Ivan mit vollem Risiko, aber der Ball ging dahin zurück, wo er hergekommen war. Fünf Minuten vor dem Ende schlug Fischer erneut zu und setzte die Kugel zum 2:4 flach in die linke Ecke. Fast mit dem Schusspfiff markierte Ivan mit einem schönen Schuss von der Strafraumkante den 3:4-Endstand.

Nach dem Schlusspfiff folgte die dritte Halbzeit und damit die Jagd auf die begehrten Inter-Trikots. Dabei nutzte Marchese seinen sprachlichen Vorteil und ergatterte das Hemd vom stark spielenden Mateo Kovacic. Den Anfang machte aber der stille Gratas Sirgedas, der das Trikot von Yuto Nagatomo abstaubte. Das Hemd vom zweifachen Torschützen Palacio sicherte sich Sandrino Braun.

So spielten sie:

SV Stuttgarter Kickers: K. Müller (32. Klaus/62. Sattelmaier) – Abruscia, Stein, Starostzik (71. Gaiser), Baumgärtel – Mendler (71. Sirgedas), Marchese (71. Kaiser), Braun (46. Bahn) – Berko (46. Leutenecker), G. Müller (53. Fischer), Badiane (62. Ivan) – Trainer: Horst Steffen

Tore: 0:1 Palacio (3.), 0:2 Palacio (10.), 0:3 Brozovic (23.), 0:4 Icardi (29.), 1:4 Fischer (54.), 2:4 Fischer (85.), 3:4 Ivan (90.)

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