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Die Kickers verloren heute mit 1:4 beim TSV Schott Mainz.

Die Kickers verloren heute mit 1:4 beim TSV Schott Mainz.

1.Mannschaft | 10.03.2018

Herbe 1:4-Pleite beim TSV Schott Mainz

Rückschlag für die Stuttgarter Kickers im Kampf um den Klassenverbleib nach enttäuschender Leistung

Lhadji Badiane.
Lhadji Badiane.

Wer hätte das nach den beiden guten Heimspielen gegen Offenbach und Saarbrücken gedacht. Beim direkten Konkurrenten und Aufsteiger TSV Schott Mainz kassierten die Stuttgarter Kickers eine erschreckende 1:4-Niederlage. In beiden Halbzeiten erzielten die aggressiveren und schnelleren Mainzer frühe Tore durch Janek Ripplinger (12.) und Silas Schwarz (52.). Nach einem blitzsauberen Konter erhöhte Ilias Soultani gar auf 3:0 (58.), ehe nach dem verwandelten Foulelfmeter von Alessandro Abruscia (62.) nochmals Hoffnung aufkeimte, doch die Degerlocher schafften es nicht mehr, gefährliche Tormöglichkeiten herauszuspielen oder zu erzwingen. Arif Güclü sorgte mit seinem Tor in der Nachspielzeit für den 4:1-Endstand (90.+2.) vor den 456 Zuschauern auf der Bezirksportanlage in Mainz-Mombach.

Im ersten Meisterschaftsspiel der Stuttgarter Kickers auf einem Kunstrasenplatz in der Vereinsgeschichte begann Kickers-Coach Paco Vaz mit zwei U19-Spielern von Beginn an: Neben dem ja schon etablierten Mario Suver feierte Jonas Meiser heute sein Startelfdebüt auf der rechten Außenbahn. Im linken Mittelfeld bekam Sebastian Mannström seine Chance, ansonsten beließ es Vaz bei derselben Startelf der letzten zwei Spiele gegen Saarbrücken und Offenbach.

Im wichtigen Duell um den Klassenerhalt begannen die Gastgeber besser und aggressiver und schafften tatsächlich die frühe Führung: Auf der linken Seite konnten sich die Mainzer durchsetzen, der Ball landete am Fünfmeterraum, wo Janek Ripplinger im ersten Versuch per Kopf noch an Keeper Christian Ortag scheiterte, aber den Abpraller drückte er dann mit seinem Körper zur 1:0-Führung über die Linie (12.).

Nach einem eigenen Einwurf für die Degerlocher entwickelte sich ein gefährlicher Gegenangriff über Silas Schwarz, der scharf ins Zentrum auf den lauernden Ripplinger passte, doch zum Glück kam der Torschütze nicht an den Ball (18.). Nur 120 Sekunden später wieder ein gefährlicher Angriff der Mainzer: Die Flanke von rechts landete am zweiten Pfosten, wo Robin Garnier Kopf und Kragen riskierte und vor dem heranstürmenden Silas Schwarz klären konnte.

Nach einer guten halben Stunde wurden die Kickers endlich besser. Nach einem Foul an Lhadji Badiane trat Alessandro Abruscia zum Freistoß an der Strafraumgrenze an, doch sein Schuss ging nur ans Außennetz (32.). Vier Zeigerumdrehungen später zeigten die Kickers eine schnelle Ballstafette auf der rechten Außenbahn, bis Garnier den Ball punktgenau ins Zentrum schlug, wo Badiane den Ball volley nahm, aber der Mainzer Keeper Niklas Reichel ließ sich nicht überwinden und entschärfte die gute Chance, die der Ausgleich hätte sein können (36.). Jonas Meiser zog von der Außenbahn nach innen, aber sein Schlenzer mit dem linken Fuß aus gut 25m ging knapp am langen Pfosten vorbei (38.). Zwischendurch hatten die Stuttgarter aber auch Glück, als der Mainzer Denis Streker nach einem tollen Angriff über links vollkommen unbedrängt das Spielgerät am linken Torpfosten vorbeischob (34.).

Mit der verdienten Mainzer Führung ging es in die Pause, die Sportdirektor Martin Braun wie folgt beschrieb: „Wir hatten große Probleme mit der Aggressivität, der Robustheit und mit der Entschlossenheit von Mainz, deshalb sind sie immer wieder zu Torchancen gekommen und verdient in Führung gegangen. In der zweiten Hälfte lassen wir uns zwei Mal auskontern.“

Lhadji Badiane enteilt seinem Gegenspieler.
Lhadji Badiane enteilt seinem Gegenspieler.

Genau so war es zu Wiederbeginn: Vaz wechselte zunächst Daniel Hammel für Sebastian Mannström ein, doch erneut trafen die Mainzer früh: Die Gastgeber erkämpften sich am eigenen Strafraum den Ball, langer Befreiungsschlag über die Mittellinie, wo das Leder nach einer kurzen Kombination bei Silas Schwarz landete. Der Mainzer setzte zum Solo gegen Marvin Jäger an, der aber nur nebenher lief und auch keine Unterstützung bekam. Schwarz durfte zentral in den Strafraum eindringen, von wo er flach ins rechte Eck zum 2:0 vollstreckte (52.). Das ging zu viel einfach!

Die Reaktion der Kickers: Die Hereingabe von Badiane landete bei Abruscia, doch aus kurzer Distanz scheiterte der Kapitän an der Fußabwehr des Torhüters (54.).

Vier Minuten später dann der Genickschlag, als Ilias Soultani einen blitzsauberen Konter zum 3:0 vollendete (58.). Erschreckend dabei: Ripplinger setzte sich gegen Suver im Laufduell durch und legte mustergültig quer auf den Mainzer 10er, der ebenfalls schneller im Laufduell gegen Garnier war und schlussendlich gegen die Laufrichtung von Ortag mit seinem linken Fuß einschob.

Daniel Hammel schüttelte in der 64. Minute seinen Gegenspieler an der Strafraumgrenze ab und lief auf den TSV-Schlussmann zu, der den Kickers-Angreifer beim Herauskommen mit einem klaren Foul legte. Schiedsrichter Jonas Weickenmeier zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Abruscia verwandelte halbhoch zum 1:3 und es keimte wieder Hoffnung bei den rund 200 mitgereisten Kickers-Fans auf (62.).

Nach dem Doppelwechsel mit Edwin Schwarz und Nico Blank für Mario Suver und Mijo Tunjic (65.) erspielten sich die Degerlocher einen schönen Angriff über die linke Seite, bis Meiser erneut gefährlich abzog, aber der Ball ging knapp rechts am Pfosten vorbei (68.).

Jedoch zeigten die Stuttgarter in den letzten zwanzig Minuten viel zu wenig Durchschlagskraft und kamen kaum mehr zu einer nennenswerten Offensivaktion - auch nicht durch Standardsituationen. Die Mainzer wurden in der Defensive zu selten wirklich gefordert und verspielten ihrerseits ihre gelegentlichen Konter zu einfach. Erst in der Nachspielzeit sorgte Arif Güclü mit seinem Tor zum 4:1 für den Schlusspunkt. Ripplinger setzte sich gegen Jäger durch, zog aus spitzem Winkel ab, Ortag wehrte den Schuss in die Mitte ab, wo Blank nicht klären konnte und das Spielgerät schließlich bei Güclü landete, der ins lange Eck zum Endstand traf.

Paco Vaz auf der Pressekonferenz.
Paco Vaz auf der Pressekonferenz.

Weiter geht es für die Kickers am kommenden Samstag, 17. März 2018 um 14.00 Uhr gegen die TSG Hoffenheim im GAZi-Stadion auf der Waldau, wo die Mannschaft sicherlich wieder ihr ganz anderes Gesicht zeigen muss!

„Unser Problem war heute, dass wir körperlich zu wenig dagegengehalten haben, nicht stabil genug waren und unsere gute Chancen auch nicht genutzt haben“, bilanzierte Martin Braun nach der Partie. „Wir haben in dieser Woche die ganze Bandbreite unseres Leistungspotenzials gesehen. Genau das ist ja unsere Problematik, die wir seit Monaten haben, keine konstante Leistung abzurufen.“

„Solch eine Leistung war nach den letzten beiden Spielen überhaupt nicht zu erwarten“, ließ Paco Vaz in der Pressekonferenz Einblicke in seine Gemütslage gewähren, „der größte Unterschied heute war, dass wir gedanklich viel zu langsam waren, daraus resultierend auch bei der Zweikampfstärke, Ballbesitz und Verwerten der Torchancen. Für mich war das heute überhaupt nicht zu erwarten, aber es ist jetzt so und wir müssen die Gründe finden und analysieren, denn es muss wieder in die ganz andere Richtung gehen.“

Überraschendes sagte der Mainzer Trainer Sascha Meeth in seiner Sicht auf das Spiel: „Ich bin ein bisschen anderer Meinung, was die Spielanalyse betrifft. Ich habe das Spiel der Kickers heute über weite Strecken als wirklich ansehnlich erachtet. In der ersten Halbzeit war es das beste Regionalligaspiel, was wir hier vom Tempo her hatten, weil die Kickers auch Fußball gespielt haben. Beide Teams haben wenige lange Bälle und viel Kombinationsfußball gezeigt, deshalb habe ich ein hervorragendes Regionalligaspiel von beiden Seiten gesehen. Ich bin auch der Meinung, dass wir es hinten raus verdient gewonnen haben. Auch wenn wir in der zweiten Hälfte Glück hatten, als die Kickers auf das 2:3 gedrängt haben. Die Zuschauer haben ein spektakulären Spiel mit verdammt vielen Torchancen auf beiden Seiten gesehen.“
 

Michael Klauß.
Michael Klauß.

Es spielten:

TSV Schott Mainz: Reichel – Just, Kern, Senftleben, Schlosser – Güclü, Mairose Streker, Soultani (71. Sinanovic) – Ripplinger, Schwarz (90. Gür)
Ersatz: Szekely (ETW), Iten, Sakai, Huth, Wüst
Trainer: Sascha Meeth

Stuttgarter Kickers: Ortag – Garnier, Jäger, Feisthammel, Klauß – Suver (65. Blank) –  Meiser, Abruscia, Mannström (46. Hammel) – Badiane, Tunjic (65. Schwarz)
Ersatz: Varvodic (ETW), Döringer, Müller, Scepanik
Trainer: Paco Vaz

Tore: 1:0 Janek Ripplinger (12.) 2:0 Silas Schwarz (52.), 3:0 Ilias Soultani (58.), 3:1 Alessandro Abruscia (62., FE), 4:1 Arif Güclü (90.+2)

Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier, Assistenten: Nicklas Rau, Jan Lübberstädt

Gelbe Karten: Just, Senftleben; -
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -

Zuschauer: 456 Fans auf der Bezirkssportanlage Mainz‐Mombach

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