Seit diesem Mittwoch ist die Mannschaft der Stuttgarter Kickers zurück auf dem Platz. Mit ihr unser Trainerteam um Marco Wildersinn, das mit viel Vorfreude in die kommenden Wochen geht. Wir haben mit Marco zum Start der Vorbereitung gesprochen.
Marco, wie hast du die Pause erlebt? Und wie groß ist jetzt die Lust, wieder zu starten?
Die Pause hat gutgetan, um den Kopf freizubekommen. Ganz ohne Fußball war sie aber nicht, weil ein Teil natürlich schon Analyse war. Wir haben im Trainerteam sehr viel Zeit miteinander verbracht, unsere Gedanken sortiert und Dinge besprochen, die wir anpacken wollen. Jetzt überwiegt die Freude, dass es auf dem Platz losgeht.
Du sprichst von Analyse. Was lässt sich konkret daraus mitnehmen?
Wir haben ein paar klare Ansatzpunkte gefunden. Das betrifft alle Spielphasen. Ein Schwerpunkt ist sicher, dass wir im Umschaltspiel geradliniger und konsequenter werden wollen. Wir kommen oft in gute Ballgewinnsituationen, spielen dann aber zu häufig erstmal auf Sicherung. Da wollen wir mutiger und zielstrebiger nach vorne spielen.
Ein großes Thema in der Hinrunde war die Effizienz vor dem Tor. Wie blickst du darauf?
Unsere Auswertungen zeigen, dass wir in diesem Bereich viel Luft nach oben haben. Wir spielen uns im Ligavergleich mit die meisten Torchancen heraus, nutzen sie aber nicht konsequent genug. Ziel ist es, uns auch weiterhin genauso viele Torchancen, gerne auch noch mehr, zu erspielen und uns dann in Form von Toren mehr zu belohnen. Wir werden die Quote steigern, da bin ich sicher.
Kann man Effizienz überhaupt trainieren?
Bedingt. Über Wiederholungen im Training können sich die Spieler Routine und Selbstvertrauen holen. Die Wettkampfsituation lässt sich aber nicht wirklich simulieren. Das beste Training ist das Erfolgserlebnis im Spiel. Das ist durch nichts zu ersetzen. Um das zu bekommen, versuchen wir in noch bessere Abschlussmomente zu kommen, uns besser zu positionieren und dadurch die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Das nötige Quäntchen Glück spielt sicherlich auch ein Rolle.
Wie hast du die Mannschaft in der Hinrunde erlebt? Gerade nach Rückschlägen?
Sehr lernwillig. Die Mannschaft saugt Inhalte auf und versucht, sie umzusetzen. Nach Rückschlägen hat sich die Gruppe immer wieder aufgerichtet. Das ist eine wichtige Basis. Wir haben im Laufe der Hinrunde schon Veränderungen vorgenommen, sei es nur der Crashkurs vor dem Freiberg-Spiel. Und die Mannschaft hat schnell verstanden, was wir wollten.
Was heißt das jetzt konkret für die Vorbereitung?
Wir werden die Dinge weiter verfeinern. Die groben Prinzipien hat die Mannschaft schnell umgesetzt, bei Details braucht es Zeit und Wiederholungen. Jetzt haben wir eine komplette Vorbereitung, in der wir sauber arbeiten können.
Du hast erwähnt, dass ihr im Trainerteam viel zusammengesessen seid. Was bedeutet das für die nächsten Wochen?
Es bedeutet, dass wir sehr klar sind in dem, was wir tun wollen. Wir haben intensiv diskutiert, hinterfragt und Entscheidungen vorbereitet. Diese enge Abstimmung wollen wir jetzt auf dem Platz in Training und Spiel umsetzen.
Wie schätzt du die Liga ein?
Die Liga ist extrem eng. Eigentlich kann jeder jeden schlagen. Und das sieht man fast jedes Wochenende. Serien sind selten, kleine Dinge entscheiden Spiele. Es gibt mehrere Mannschaften, die oben angreifen können, und genauso Teams, die schnell unten reinrutschen. Prognosen sind schwierig.
Geht der Blick für euch auch nach unten?
Ja, der gehört dazu. Aber auch auf den dritten Platz fehlen uns nur fünf Punkte. Wie gesagt: Es geht sehr eng zu in der Liga. Wir wollen uns möglichst früh einen soliden Abstand nach unten erarbeiten. Dafür müssen wir konstant punkten. Unser Fokus ist aktuell das erste Spiel gegen Mainz II.
Fotos: Baumann