Seit Kurzem ist Lukas Kiefer, Kapitän der 1. Mannschaft der Stuttgarter Kickers, nicht nur auf dem Trainingsplatz, sondern auch regelmäßig auf der Geschäftsstelle anzutreffen. Im Interview spricht er über neue Einblicke und Perspektivwechsel, die sein halbjähriges Trainee auf der Geschäftsstelle mitbringen – und warum man in der Mittagspause manchmal genauso viel lernt wie im Meeting.
Lukas, normalerweise sieht man dich im Trikot – aktuell aber auch auf der Geschäftsstelle. Wie kam es dazu?
Ich habe mir schon länger Gedanken darüber gemacht, diese Saison über meine aktive Spielerkarriere hinauszudenken. Als sich die Möglichkeit ergeben hat, ein Trainee auf der Geschäftsstelle zu machen, war ich sofort interessiert. Hinter die Kulissen zu schauen und zu verstehen, wie der Verein abseits des Platzes funktioniert, fand ich extrem spannend.
Wie sieht dein Alltag zwischen Training und Büro aktuell aus?
Sehr flexibel – und genau das ist auch wichtig. Der Fußball hat immer Priorität. Training, Spiele, Regeneration stehen an erster Stelle. Unter der Woche bin ich dann auf der Geschäftsstelle dabei, wenn es der Trainingsplan zulässt. Es gibt keinen festen Ablaufplan, sondern eher: Erst Fußball, dann Büro – und manchmal auch andersrum mit kurzer Kaffeepause dazwischen.
In welche Bereiche schaust du rein?
Sponsoring, Kommunikation, Organisation und auch der Nachwuchsbereich. Im Sponsoring bringe ich mich zum Beispiel mit eigenen Gedanken ein, im Kommunikationsteam begleite ich Projekte über alle Phasen hinweg. Und ehrlich gesagt: Manchmal entstehen die spannendsten Gespräche nicht im Meeting, sondern in der Mittagspause.
Was passiert da in der Mittagspause?
Da treffen dann unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Ich erzähle, wie Dinge aus Spielersicht wahrgenommen werden, und bekomme im Gegenzug mit, was im Hintergrund alles organisiert werden muss. Und umgekehrt ist es genauso wertvoll: Die Kolleginnen und Kollegen auf der Geschäftsstelle verstehen unsere Abläufe, Belastungen und Denkweisen viel direkter, wenn man sich regelmäßig persönlich sieht und spricht. Da merkt man schnell, wie eng alles zusammenhängt und dass beide Seiten voneinander profitieren.
Du schaust dir auch intensiv den Nachwuchsbereich an. Warum?
Das Nachwuchsleistungszentrum ist ein extrem wichtiger Teil des Vereins. Der Austausch mit Julian Leist oder Maximilian Knöll ist für mich sehr interessant, vor allem, was die strukturelle und organisatorische Arbeit angeht. Mich interessiert, wie Talente nicht nur sportlich, sondern auch im Alltag begleitet werden.
Was nimmst du aus dieser Zeit für dich mit?
Auf jeden Fall ein besseres Verständnis dafür, was alles hinter einem Verein steckt. Als Spieler bekommt man vieles gar nicht mit. Jetzt sehe ich, wie viel Arbeit, Abstimmung und Herzblut im Hintergrund läuft – und das hilft mir auch, Dinge auf dem Platz anders einzuordnen.