1. Mannschaft05.02.2026

Interview mit Lutz Siebrecht: „Das ist der Weg, den wir eingeschlagen haben“

Die Wintervorbereitung der Stuttgarter Kickers läuft auf Hochtouren, seit dem 2. Februar ist das Transferfenster geschlossen. Geschäftsführer Sport Lutz Siebrecht ordnet im Interview die Transfers ein und gibt ein Update zum aktuellen Stand der Vorbereitung.

Lutz, die Wintervorbereitung läuft nun schon seit einigen Wochen. Wie fällt Dein bisheriges Fazit aus?

Wir haben die ersten drei Testspiele erfolgreich gestaltet, das ist sehr erfreulich und gibt der Mannschaft das nötige Selbstbewusstsein. Die Jungs trainieren aktuell zweimal täglich mit hoher Intensität und voller Energie. Leider haben wir im Moment einige Verletzte zu beklagen. Das ist nicht optimal, aber damit müssen wir klar kommen.

Mit Abdoulie Mboob habt ihr einen neuen Stürmer verpflichtet, der in der Vorbereitung bereits mehrere Tore erzielt hat. Was zeichnet ihn aus und welche Impulse erhoffst Du Dir von ihm für die Rückrunde?

Abdou ist schnell angekommen und hat bereits gezeigt, dass er mit seiner Schnelligkeit und seinem Torinstinkt eine Bereicherung für unser Offensivspiel sein kann. Trotzdem müssen wir die Erwartungshaltung einpendeln. Er muss sich erst an den Umfang und die Intensität der Regionalliga gewöhnen. Dafür geben wir ihm die nötige Zeit. Das ist uns wichtig.

Auch auf der Torhüterposition gab es Veränderungen: Thomas Bromma ist neu dabei, die Leihe von Bela Dumrath wurde verletzungsbedingt vorzeitig beendet. Wie bewertest Du die aktuelle Konstellation im Tor?

Erst einmal sind wir alle sehr froh, dass Felix Dornebusch nach seiner langen Verletzungspause wieder täglich mit der Mannschaft trainiert. Leon Neiamé hat gezeigt, dass er eine sehr gute Nummer eins in der Regionalliga sein kann, und David Mitrovic hat bewiesen, dass er da ist, wenn er gebraucht wird. Alle Torhüter arbeiten sehr hart und intensiv mit unserem Torwarttrainer Denis Jerzic. Mit Thomas Bromma haben wir zusätzlich einen erfahrenen Torhüter dabei, der uns im Trainingsalltag viel gibt und eine wichtige Absicherung darstellt.

Für viel Aufmerksamkeit hat der Abgang von Oskar Hencke gesorgt. Er war seit der U12 bei den Kickers und ist nun mit 18 Jahren zur TSG Hoffenheim gewechselt. Wie ordnest Du diesen Transfer sportlich und strategisch ein?

Oskar ist ein herausragendes Talent und ein echtes Beispiel für die sehr gute Arbeit in unserem NLZ. Sportlich ist sein Abgang natürlich ein Verlust, menschlich sowieso – er ist ein Top-Junge und wir hätten ihn sehr gerne noch länger bei uns gesehen. In Hoffenheim hat Oskar die Perspektive, sich in Richtung Bundesliga zu entwickeln. Diese Möglichkeit konnten wir ihm in dieser Form nicht bieten. Deshalb kam der Wechsel zustande.

Ist ein solcher Wechsel trotz des sportlichen Verlusts auch als Auszeichnung für die Nachwuchsarbeit der Kickers zu verstehen?

Absolut. Das ist ein starkes Signal für all unsere Talente, dass sie bei den Kickers in besten Händen sind. Wir bieten ein sehr gutes Umfeld, um sich sportlich und persönlich zu entwickeln. Dass Spieler aus unserem NLZ diesen Weg gehen können, ist eine klare Auszeichnung für unsere Arbeit. Wir haben aktuell immer noch sieben Spieler aus unserem NLZ, die fest zum Kader der 1. Mannschaft gehören. Das ist der Weg, den wir eingeschlagen haben und auch weiterführen werden.

In der Vorbereitung gab es kleinere Verletzungen bei Marlon Faß, David Braig und Flamur Berisha. Wie sehr bremsen solche Ausfälle die Abläufe – und wie wichtig ist jetzt die Kaderbreite?

Verletzungen bringen immer Sorgen und Herausforderungen mit sich. Wir hoffen sehr, dass alle zum Start nach der Winterpause wieder fit sind. Die Chancen stehen gut. Eine entsprechende Kaderbreite ist grundsätzlich eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Saison. Gerade für solche Situationen wie jetzt. Und vor allem in einer so engen und intensiven Liga wie der Regionalliga.

Gleichzeitig arbeitet sich Felix Dornebusch nach seinem Kreuzbandriss zurück. Wie ist sein aktueller Stand und welche Rolle spielt Geduld bei seiner Rückkehr?

Felix war ein Jahr lang verletzt, deshalb ist Geduld nach so einer langen Pause das oberste Gebot. Aktuell läuft alles nach Plan. Er bekommt von uns die Zeit, die er braucht. Alle sind sehr froh, dass er wieder da ist. Er hat für die Mannschaft eine enorme Bedeutung, sportlich wie auch menschlich.

Wie wichtig ist ein guter Start nach der Winterpause – gerade auch mental und im Hinblick auf das Selbstverständnis der Mannschaft?

Ein guter Start ist immer extrem wichtig. Er stärkt das Selbstbewusstsein und das Selbstverständnis, das man braucht, um Spiele zu gewinnen. Die Regionalliga ist so eng wie nie, wir wollen uns mit guten Leistungen tabellarisch deutlich verbessern.