Verein12.02.2026

Neuer Caterer auf der Waldau: Interview mit Rauschenberger zum Start bei den Kickers 

Mit dem Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 II am Samstag, 21. Februar, um 14 Uhr beginnt im GAZi-Stadion auf der Waldau ein neuer Abschnitt rund um die Kioske: Rauschenberger übernimmt ab sofort das Catering bei den Stuttgarter Kickers. Bereits vor dem ersten Einsatz hat sich das Unternehmen intensiv mit Vertretern der Fanszene ausgetauscht. Ein Treffen, das von allen Beteiligten als offen, ehrlich und konstruktiv beschrieben wurde – geprägt von gegenseitigem Zuhören und dem gemeinsamen Wunsch, das Stadionerlebnis zu verbessern. 

Im Mittelpunkt des Austauschs standen vor allem drei Stellschrauben, die den Fans besonders wichtig sind: Geschwindigkeit, Qualität und Preis. Gleichzeitig war allen Beteiligten bewusst, dass Veränderungen Zeit brauchen und nicht alles vom ersten Spieltag an perfekt funktionieren kann. 

Wir haben mit Daniel Anselment, Prokurist bei Rauschenberger, vorab gesprochen. 

Herr Anselment, Sie starten an diesem Samstag bei den Kickers. Mit welchem Anspruch gehen Sie diese Aufgabe an? 

Uns ist sehr bewusst, dass das Thema Catering für alle Fans ein elementarer Bestandteil eines positiven Stadionerlebnisses ist. Genau deshalb war uns von Beginn an klar: Wir müssen zuerst die Basics richtig hinbekommen. Unser Anspruch ist es, dass die Fans schnell, unkompliziert und verlässlich an ihre Getränke und Speisen kommen. Nicht perfekt vom ersten Tag an – aber mit dem klaren Willen, von Spieltag zu Spieltag spürbar besser zu werden. 

Beim Austausch mit der Fanszene fiel immer wieder das Wort „Geschwindigkeit“. Warum ist das so zentral? 

Weil lange Wartezeiten der größte Frustfaktor sind. Wenn man zehn oder fünfzehn Minuten ansteht und dann womöglich noch ein Tor verpasst, färbt das sofort auf das gesamte Stadionerlebnis ab. Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden, zum Start nicht alles gleichzeitig machen zu wollen. Schnelligkeit geht für uns aktuell ganz klar vor Vielfalt. 

Das heißt? 

Das bedeutet, dass wir mit einem überschaubaren, klar strukturierten Sortiment beginnen und die Abläufe an den Kiosken so einfach wie möglich halten. Jedes zusätzliche Produkt, jeder Sonderwunsch verlängert am Ende die Wartezeit für alle. Unser Ziel ist es, erst stabile Prozesse zu schaffen und dann Schritt für Schritt auszubauen. Uns ist dabei auch wichtig, realistische Erwartungen zu setzen: Wenn viele Menschen in kurzer Zeit versorgt werden wollen und die baulichen Gegebenheiten begrenzt sind, wird es auch weiterhin zu Schlangen kommen. 

Wie setzen Sie diesen Fokus auf Geschwindigkeit ganz konkret um? 

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Technik. Wir haben uns bewusst für ein neues Kassensystem entschieden, bei dem Schnelligkeit oberste Priorität hatte. Gerade beim Bezahlvorgang gibt es enorme Unterschiede. Wenige Sekunden pro Kunde summieren sich an einem Spieltag sehr schnell. Große Displays, ein schneller EC-Karteneinzug und die Möglichkeit, auch den das Pfand direkt auf die Karte zu buchen, sollen den Ablauf spürbar beschleunigen.  

Was machen Sie außerdem? 

Dazu kommt die Organisation an den Kiosken selbst. Wir arbeiten mit klaren Teams und festen Abläufen und setzen zusätzlich auf mobile Verkäufer mit Bierrucksäcken, die während des Spiels unterwegs sind. Parallel denken wir auch über zusätzliche Lösungen wie mobile Ausschankstellen oder Zelte nach. Allerdings wollen wir diese Maßnahmen nicht überstürzt einführen, sondern erst sehen, wie sich die Abläufe in der Praxis bewähren. Auch im Hintergrund beschäftigen wir uns intensiv mit der Infrastruktur, da klassische LTE-Verbindungen an Spieltagen oft an ihre Grenzen stoßen. All das dient am Ende nur einem Ziel: kürzere Wartezeiten für die Fans. 

Viele Fans schauen beim Catering zuerst auf die Preise. Was können Sie dazu sagen? 

Da möchten wir sehr klar sein: Die Preise für bestehende Produkte werden zum Start nicht erhöht. Uns ist bewusst, dass die allgemeine wirtschaftliche Lage eigentlich etwas anderes nahelegen würde. Trotzdem war es uns wichtig, hier ein klares Signal zu senden. Außerdem war es ein Wunsch der aktiven Fanszene, dass der das Pfand bei zwei Euro bleibt und auch die beliebten 1-Liter-Getränke weiterhin angeboten werden. 

Neben dem Preis spielt auch die Qualität eine große Rolle. Wo setzen Sie dort an? 

Wir haben uns intensiv mit unseren Partnern zusammengesetzt, vor allem beim Bier und bei der Wurst. Die Zapfanlagen wurden komplett überarbeitet und neu eingestellt, damit das Bier auch wirklich so ankommt, wie es soll. Beim Metzger ging es um die Produktqualität, beim Bäcker um die Frische. Die Brötchen werden künftig später gebacken und geliefert. Uns ist wichtig, solide Stadionklassiker in guter Qualität anzubieten – nicht „Fine Dining“, sondern genau das, was zu Fußball auf der Waldau passt. 

Sie bringen bereits Erfahrung aus großen Fußballveranstaltungen mit. Wie hilft Ihnen das beim Start auf der Waldau? 

Wir konnten in den vergangenen Jahren bei großen Events und auch in Fußballstadien wertvolle Erfahrungen sammeln, unter anderem bei Großveranstaltungen wie der Europameisterschaft und im Stadionumfeld der Stuttgarter MHP-Arena. Dabei haben wir sehr klar gesehen, welche Abläufe funktionieren – und wo es hakt. Diese Erfahrungswerte helfen uns, realistisch zu planen, Prozesse pragmatisch aufzusetzen und zu wissen, dass nicht alles vom ersten Spiel an perfekt laufen kann. Wichtig ist für uns, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und kontinuierlich besser zu werden. 

Wie sieht es personell an einem Spieltag aus? 

Zum Start planen wir mit etwa 70 bis 90 Mitarbeitenden pro Spieltag. Unser Ziel ist es, einen möglichst konstanten Kern an Personal aufzubauen, der regelmäßig im Stadion arbeitet und die Abläufe kennt. Insgesamt greifen wir auf einen großen Pool an Aushilfen zurück, gleichzeitig wird es feste Ansprechpartner geben, die bei den Heimspielen vor Ort sind und auch für Rückfragen zur Verfügung stehen. 

Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit den Fans? 

Der ist für uns zentral. Das Treffen vor dem ersten Heimspiel mit den Vertretern der Fanszene war ein sehr guter und wichtiger erster Schritt. Wir haben die Fanvertreter als offen, kritisch und konstruktiv wahrgenommen – und genau diesen Dialog auf Augenhöhe möchten wir fortführen. Nach jedem Heimspiel soll es Feedback geben, nach den ersten drei bis vier Spielen eine größere Rückmeldung, bei der wir gemeinsam schauen, was gut funktioniert und wo wir nachjustieren müssen. Wir wollen offen sagen, was umsetzbar ist – und auch ehrlich benennen, wenn etwas nicht geht. 

Was möchten Sie den Kickers-Fans zum Start mit auf den Weg geben? 

Wir würden uns wünschen, dass man uns ein wenig Zeit gibt. Wir starten bewusst mit einem reduzierten Konzept, um Geschwindigkeit und Abläufe in den Griff zu bekommen. Unser Anspruch ist es, dass das Catering zuverlässig funktioniert. Uns ist klar, dass es trotzdem Wartezeiten geben wird – gerade zu Stoßzeiten. Alles Weitere soll sich Schritt für Schritt entwickeln, angepasst an das, was sich im Stadionalltag bewährt. Wir freuen uns sehr darauf, Teil der Stuttgarter Kickers zu werden, haben große Lust auf diese Aufgabe und sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit den Fans einen guten Weg hinbekommen.