Am kommenden Samstag, 4. April, steht für die Frauenmannschaft der Stuttgarter Kickers und des FSV Waldebene Ost ein wichtiges Spiel an: Um 14 Uhr trifft die Mannschaft im Pokal-Halbfinale auswärts auf den SV Eutingen aus der Verbandsliga. Es geht um den Einzug ins Finale und um die Chance, sich den nächsten Schritt auf dem eingeschlagenen Weg zu erarbeiten. Spiele wie diese sind es, auf die man über Wochen und Monate hinarbeitet, auch für Spielerinnen wie Franka Zimmerer, die diesen Weg seit vielen Jahren mitgestaltet.
Dabei ist die Ausgangslage klar, aber keineswegs selbstverständlich. „Auf dem Papier weiß man, dass wir gut drauf sind, aber genau solche Spiele musst du dir erst verdienen. Der Pokal hat seine eigenen Regeln“, ordnet Zimmerer die Partie ein.
Sportlich geht die Mannschaft mit viel Rückenwind in das Halbfinale. In der Oberliga Baden-Württemberg steht das Team aktuell auf dem 1. Tabellenplatz (33 Punkte, 43:16 Tore) und konnte sich diesen Rang zuletzt mit einem 2:0-Auswärtssieg beim 1. FC Heidenheim 1846 sichern. Auch die Wochen davor unterstreichen die stabile Form: ein 3:2-Auswärtserfolg in Freiburg-St. Georgen sowie ein deutliches 8:0 gegen den 1. FC Mühlhausen. Im Pokal setzte sich die Mannschaft zuvor souverän mit 5:0 beim TSV Münchingen II durch. Die Waldebene-Frauen präsentieren sich damit aktuell als gefestigtes Team mit klarer Struktur und konstanter Entwicklung – Voraussetzungen, die auch im Halbfinale gefragt sein werden.

Die Offensivspielerin Franka Zimmerer ist seit der Jugend auf der Waldebene aktiv und gehört damit zu den konstanten Gesichtern im Team. Sie kennt die Entwicklung des Frauenfußballs am Standort aus nächster Nähe – sportlich wie strukturell. Entsprechend groß ist die Bedeutung solcher Spiele, die nicht nur sportlich, sondern auch emotional herausragen.
Zimmerer steht auf dem Platz für eine klare, teamorientierte Spielweise. Sie beschreibt sich selbst als Spielerin, die weniger über spektakuläre Aktionen kommt, sondern über Einsatz, Laufbereitschaft und die Bereitschaft, für das Team zu arbeiten. Zweistellige Kilometerwerte sind für sie keine Ausnahme, sondern Ausdruck ihres Ansatzes: Wege machen, Räume schließen, Energie ins Spiel bringen – „wenn ich auf dem Platz stehe, will ich einfach alles reinwerfen, was ich habe.“ Vor dem Spiel selbst beschreibt Zimmerer ihre Haltung eher als ruhige Vorfreude als Nervosität – ein Ansatz, der zu ihrer Rolle im Team passt.
Diese Haltung spiegelt sich auch im Zusammenspiel der Mannschaft wider. Der Zusammenhalt gilt als einer der zentralen Faktoren – auch, weil „wir so viel Zeit miteinander verbringen und es nur funktioniert, wenn man sich gegenseitig mitzieht.“ Der Fokus liegt dabei konsequent auf dem Kollektiv und weniger auf Einzelaktionen.
Mit Blick auf das Halbfinale wird vor allem eines deutlich: eine Mischung aus Vorfreude und Klarheit. Spiele wie diese sind genau die Momente, auf die man über Wochen und Monate hinarbeitet. Gleichzeitig ist allen bewusst, dass der Pokal unabhängig von Formkurven oder Ausgangslagen entschieden wird. „Der Pokal hat seine eigenen Regeln, da entscheidet oft einfach der Moment.“
In solchen Partien rückt das Zusammenspiel als Mannschaft noch stärker in den Mittelpunkt. Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Monaten sichtbar weiterentwickelt, tritt geschlossen auf und bringt eine Energie mit, die auch in engen Spielsituationen trägt. Die Ausgangslage ist gut – gleichzeitig ist allen bewusst, dass man sich solche Spiele immer wieder neu erarbeiten muss und dass genau darin der Reiz liegt.
Über den sportlichen Kontext hinaus wird deutlich, welches Potenzial im Frauen- und Mädchenfußball steckt. Zimmerer beschreibt eine Entwicklung, die noch lange nicht ausgeschöpft ist und für die es vor allem Mut und Konsequenz braucht – „da steckt noch so viel Potenzial drin, man muss es nur nutzen.“
Das Halbfinale ist damit ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Es steht für die Entwicklung der vergangenen Jahre, für den mannschaftlichen Zusammenhalt und die Möglichkeit, sich diese Chance zu erarbeiten. Für Spielerinnen wie Franka Zimmerer, die den Weg seit vielen Jahren begleiten, sind es genau diese Spiele, die den Aufwand greifbar machen und zeigen, wie sich die Mannschaft weiterentwickelt.
Auch Zimmerer bringt dabei Erfahrungen aus dem Ausland ein: Während einer Station in England hat sie Einblicke in Strukturen gewonnen, in denen der Frauenfußball bereits weiterentwickelt ist – Perspektiven, die zeigen, welches Entwicklungspotenzial auch hier besteht.
Spielerinnen, Verein und Umfeld arbeiten gemeinsam daran, diese Entwicklung Schritt für Schritt voranzutreiben. Der Ausbau nachhaltiger Strukturen im Frauen- und Mädchenfußball bleibt dabei ein zentrales Ziel der Stuttgarter Kickers und des FSV Waldebene Ost – ein Weg, bei dem auch weitere Partner eine wichtige Rolle spielen können und der langfristig von verschiedenen Seiten getragen werden muss.