Verdientes 2:2-Unentschieden im Frankenstadion
Die Stuttgarter Kickers haben beim SGV Heilbronn-Freiberg einen verdienten Punkt geholt. Vor 5.174 Zuschauern im Frankenstadion kamen die Blauen am 9. Spieltag der Regionalliga Südwest zu einem 2:2 (1:1)-Unentschieden. Zweimal gerieten die Kickers in Rückstand, zweimal fanden sie die passende Antwort. Justin Steinkötter brachte die Platzherren früh in Führung (4.), Dejan Bozic glich nach einer knappen Viertelstunde aus (14.). Nach dem Seitenwechsel traf Marshall Faleu zum 2:1 für den SGV (68.), ehe David Stojak in der 89. Minute den umjubelten Ausgleich erzielte.
Nach den Roten Karten für Paul Polauke und Sebastian Müller wurde die Partie ab der 22. Minute mit zehn gegen zehn fortgesetzt.
Früher Rückstand, schnelle Antwort
Ohne Änderung im Vergleich zum erfolgreichen letzten Punktspiel in Frankfurt gingen die Kickers in das Spitzenspiel. Bei herrlichem Spätsommerwetter erwischten die Platzherren den besseren Start und gingen früh in Führung. Gwang Lee setzte sich auf der linken Seite sehenswert durch und passte den Ball in die Mitte. Dort kam Steinkötter an seinem 27. Geburtstag an das Leder und schob aus halblinker Position flach ins rechte Eck ein (4.). „Der Start war nicht ideal für uns, wir mussten früh dem 0:1 hinterherlaufen“, sagte Kickers-Cheftrainer Holger Bachthaler nach der Partie. Die Blauen fanden allerdings schnell eine Antwort.
Nach einer Freistoßhereingabe von Sebastian Müller kam Elvir Zukaj in der 12. Minute völlig frei zum Kopfball, setzte den Ball aber knapp neben den rechten Pfosten. Nur zwei Minuten später fiel dann der Ausgleich. Melkamu Frauendorf sprintete die linke Außenbahn hinunter und brachte das Spielgerät präzise an den Fünfmeterraum. Bozic stieg hoch und traf mit einer Kopfballbogenlampe zum 1:1-Ausgleich ins rechte Eck. „Die Reaktion der Mannschaft war sehr, sehr gut. Ich glaube, wir hatten nach dem Rückstand schon Zugriff auf das Spiel“, lobte Bachthaler. „Wir haben dann auch verdientermaßen das 1:1 machen können.“
Beide Teams nach Roten Karten mit zehn Mann
Die Partie blieb intensiv, ehe sie eine besondere Wendung nahm. Nach einem harten Einsteigen von Paul Polauke gegen Bozic ging der Freiberger Innenverteidiger in der folgenden Auseinandersetzung mit Sebastian Müller zu Boden. Schiedsrichter Christian Steib zeigte beiden Spielern die Rote Karte. Fortan ging es mit zehn gegen zehn weiter (22.).
Die Kickers übernahmen in der Folge zunehmend die Initiative. Nach einer halben Stunde bot sich sogar die große Chance zur Führung. Nach einem Ballverlust des SGV spielte Bozic den freistehenden Yannick Glessing an. Der Offensivspieler lief allein auf Torhüter Benedikt Grawe zu, zielte mit seinem Abschluss aber genau auf den Keeper.
„Nach den beiden Roten Karten hatten wir dann eine etwas andere Systematik im Spiel“, erklärte Bachthaler. „Ich glaube, wir sind besser zurechtgekommen als Freiberg mit dem Mann weniger.“ Auch deshalb ärgerte ihn die verpasste Führungschance: „Wir hatten durch Yannick Glessing die Riesenmöglichkeit, mit 2:1 in Führung zu gehen.“ Weitere Möglichkeiten blieben bis zur Pause aus. So ging es mit dem 1:1 in die Kabinen.
Freiberg kommt besser ins Spiel
Ohne Wechsel starteten die Blauen in den zweiten Spielabschnitt. Das Tempo der Anfangsphase war nun nicht mehr vorhanden. „Nach der Halbzeit hatte ich dann das Gefühl, dass es ein sehr ausgeglichenes Spiel war, wobei Freiberg vielleicht einen Tick besser im Spiel war als vor der Pause“, sagte Bachthaler. Lange blieb es jedoch bei viel Mittelfeldarbeit und wenigen klaren Torraumszenen. Bis das Team von Cheftrainer Kushtrim Lushtaku erneut in Führung ging und die Kickers dabei durch fehlende Abstimmung in der Defensive kräftig mithalfen. Michael Martin brachte einen Freistoß aus halblinker Position in den Strafraum, das Spielgerät rollte in Richtung eigenes Tor, Felix Dornebusch war bereits geschlagen. Zukaj eilte zurück und versuchte noch den Ball von der Linie zu kratzen. Faleu stellte sich in den Klärungsversuch und drückte das Leder schließlich zur erneuten Führung über die Linie (68.) „Leider mussten wir dann durch eine sehr unglückliche Situation das 1:2 hinnehmen“, ordnete Bachthaler die Szene ein.
Stojak trifft zum späten Ausgleich
Die Kickers ließen sich vom erneuten Rückstand jedoch nicht entmutigen. In der Schlussphase warfen die Blauen noch einmal alles nach vorne und belohnten sich für ihren Einsatz. „Was die Jungs dann hinten raus wieder für eine Moral auf den Platz bekommen, verdient Riesenrespekt“, sagte Bachthaler. „Wir haben bis zuletzt alles dafür getan, das Spiel nicht zu verlieren.“
Zukaj schlug den Ball weit nach vorne. Christian Mauersberger setzte sich durch und legte das Leder per Kopf quer. Stojak war zur Stelle und schob aus fünf Metern flach ins rechte Eck zum verdienten 2:2-Ausgleich ein (89.).
Der Jubel auf Stuttgarter Seite war entsprechend groß beim späten Punktgewinn. „Glücklicherweise hatten wir noch eine sehr gute Aktion mit den eingewechselten Christian Mauersberger und David Stojak“, sagte Bachthaler. Damit belohnten sich die Blauen für eine Partie, in der sie zweimal einem Rückstand hinterherlaufen mussten. „Das zeigt, dass wir eine sehr intakte, homogene Mannschaft haben, die bis zum Schluss daran glaubt, Spiele zu gewinnen oder noch zu drehen“, betonte der Kickers-Cheftrainer.
Nach dem Schlusspfiff blieb deshalb neben dem Gefühl, dass an diesem Nachmittag vielleicht sogar noch mehr möglich gewesen wäre, vor allem die Erkenntnis eines verdienten Punktgewinns. „Und trotzdem muss man mit dem einen Punkt beim Tabellenführer, einer absoluten Spitzenmannschaft, dann auch zufrieden sein.“ sagte Bachthaler.
Ausblick
Am Freitag, 02. Oktober 2026, folgt das das mit Spannung erwartete Kickers-Duell. Anpfiff zum Flutlichtspiel gegen Kickers Offenbach im GAZi-Stadion auf der Waldau ist um 19:00 Uhr.
Foto: Baumann