1:2-Heimniederlage gegen Mainz 05 II
Die Stuttgarter Kickers mussten am fünften Spieltag der Regionalliga Südwest die erste Niederlage der laufenden Spielzeit hinnehmen. Gegen die U23 des 1. FSV Mainz 05 unterlagen die Blauen mit 1:2 (0:2). Nick Cherny (3.) und Julian Derstroff (24.) brachten die Rheinhessen bereits im ersten Spielabschnitt mit zwei Toren in Führung. Nico Blank verkürzte nach dem Seitenwechsel auf 1:2 (52.), doch trotz einer druckvollen Phase gelang den Kickers der Ausgleich nicht mehr. In der Schlussminute verpasste David Stojak per Kopf nur knapp den Punktgewinn. Damit war die erste Heimniederlage der Saison unter dem Fernsehturm besiegelt.
Mainz erwischt die Kickers eiskalt
Kickers-Cheftrainer Holger Bachthaler vertraute gegen die Mainzer auf die Startelf, die am vergangenen Wochenende beim Auswärtssieg in Homburg überzeugt hatte. Veränderungen gab es keine. Doch die Blauen wurden auf der Waldau schon nach wenigen Minuten kalt erwischt.
Eine Hereingabe in den Stuttgarter Strafraum verpasste Cherny zunächst deutlich. Nico Fundel grätschte den Ball jedoch unglücklich zurück in Richtung des Mainzer Angreifers, der aus kürzester Distanz keinerlei Mühe hatte und zum frühen 0:1 einschob (3.).
Die Kickers benötigten anschließend einige Minuten, um in die Partie zu finden. Nach und nach kamen die Platzherren besser ins Spiel und hatten durch Dejan Bozic die große Möglichkeit zum Ausgleich. Der Stürmer kam aus zentraler Position an der Strafraumgrenze völlig frei zum Abschluss, setzte das Spielgerät aber knapp über die Querlatte (14.).
Die höchste Ausbildungsmannschaft der Mainzer blieb allerdings gefährlich. Alynho Haidara köpfte nur knapp über das rechte Tordreieck (17.). Sieben Minuten später das Team von Cheftrainer Benjamin Hoffmann dann erneut zu.
Zweiter Fehler, zweites Tor
Nach einem Ballverlust von David Udogu kam das Leder halblinks zu Julian Derstroff, der sich nicht zweimal bitten ließ und den Ball aus zwölf Metern eiskalt zum 0:2 unter die Querlatte setzte (24.).
Die Kickers hatten in der ersten Halbzeit große Probleme, ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. Die Mannschaft fand zu selten in die Zweikämpfe und entwickelte nur wenig Wucht und Kreativität im Spiel nach vorne. Auch nach Balleroberungen fehlte es an der Präzision.
Erst wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff gab es den ersten Eckball für die Blauen. Sebastian Müller brachte den Ball in die Mitte, Elvir Zukaj setzte seinen Kopfball allerdings deutlich neben das Tor. Kurz darauf ging es mit einem 0:2-Rückstand in die Kabinen.
Die Blauen kommen mit Wucht aus der Kabine
Beide Mannschaften kehrten unverändert auf den Rasen zurück. Bei den Kickers war allerdings sofort eine andere Körpersprache zu erkennen. Die Platzherren kamen mit deutlich mehr Energie und Engagement aus der Kabine und setzten die Mainzer früh unter Druck.
Und die verbesserte Vorstellung wurde schnell belohnt. Eine Hereingabe von der linken Seite setzte Bozic an die Unterkante der Latte. Der Ball sprang zurück ins Feld und konnte von den Mainzern zunächst aus der Gefahrenzone geklärt werden. Doch Nico Blank stand goldrichtig und nahm den Abpraller auf. Mit einem präzisen Abschluss ins rechte Eck erzielte er in der 52. Minute den 1:2-Anschlusstreffer.
Plötzlich war die Partie wieder offen. Die Kickers drängten auf den Ausgleich und hatten nach rund einer Stunde die große Möglichkeit dazu. Bozic stand völlig frei vor dem Mainzer Tor, konnte seinen Abschluss allerdings nicht mit der nötigen Wucht platzieren. Torhüter Pit Zuther hatte keine größeren Probleme, den Ball zu parieren.
Mainz verteidigt den knappen Vorsprung
Die Nullfünfer überstanden die Druckphase der Kickers und hatten ihrerseits die Chance, den alten Abstand wiederherzustellen. Haidara und im Nachschuss Andre Gitau kamen zum Abschluss, konnten das dritte Tor für ihre Farben aber nicht erzielen (64.).
Anschließend begann auf beiden Seiten die Phase der Wechsel. Während Mainz den knappen Vorsprung zunehmend geschickt verteidigte, fanden die Kickers nicht mehr die Mittel, um die Partie erneut in eine druckvolle Schlussphase zu verwandeln.
Eine Viertelstunde vor dem Ende kam der eingewechselte Smail Kadrijaj aus spitzem Winkel noch einmal zum Abschluss, verfehlte das Tor von Felix Dornebusch allerdings um rund zwei Meter. Auf der anderen Seite blieben klare Möglichkeiten nun ebenfalls Mangelware.
Stojak verpasst den späten Ausgleich
Die Schlussphase lief bereits, als sich den Blauen doch noch die Möglichkeit zum Punktgewinn bot. Der eingewechselte David Stojak kam zu einem Kopfball und setzte das Leder nur knapp neben den linken Pfosten.
Es sollte die letzte große Gelegenheit bleiben. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Vincent Schandry die Partie ab. Die Kickers mussten sich Mainz 05 II mit 1:2 geschlagen.
„Unter dem Strich haben wir es heute nicht verdient“
Kickers-Cheftrainer Holger Bachthaler zeigte sich nach dem Schlusspfiff entsprechend enttäuscht: „Wir haben uns heute natürlich mehr erhofft, aber unter dem Strich muss man klar anerkennen, dass wir heute zu fehlerbehaftet waren. Wenn man dann in der Anfangsphase durch zwei individuelle Fehler dazu beiträgt, dass der Gegner zwei einfache Tore erzielen kann, dann ist es schwer, das Spiel zu drehen.“
Gleichzeitig sah Bachthaler nach der Pause eine deutliche Reaktion seiner Mannschaft: „Wir haben in der Halbzeit das eine oder andere von der Positionierung und vom Ansatz her verändert. Und waren dann auch nach dem Seitenwechsel griffiger und mit mehr Engagement im Spiel. Leider ist uns dann nicht mehr gelungen als dieser 1:2-Anschlusstreffer. Wir hatten noch die eine oder andere Gelegenheit, um das zweite Tor zu erzielen. Aber unter dem Strich haben wir es heute nicht verdient und dementsprechend sind wir über die Leistung in der ersten Halbzeit und über das Ergebnis enttäuscht.“
U23-Cheftrainer Benjamin Hoffmann war dagegen mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden: „Wir haben heute eine tolle Leistung gebracht, waren von der ersten Minute an sehr präsent und haben viele Zweikämpfe gewonnen. Alle Jungs haben sich voll reingehauen. Wir waren brutal effektiv und führen schnell 2:0. Das gab natürlich Sicherheit und Vertrauen.“
Nach der Pause sah auch Hoffmann die Kickers stärker: „Es war klar, dass eine Reaktion kommen wird. Das Spiel stand kurz auch mal auf der Kippe. Wir haben uns dann aber, auch mit den eingewechselten Spielern, die eine neue Dynamik reingebracht haben, gewehrt und das Spiel in unsere Richtung verändert.“
Ausblick
In der Regionalliga Südwest reisen die Kickers bereits am kommenden Dienstag, 08. September 2026, zum FC-Astoria Walldorf. Anpfiff zum Flutlichtspiel im Dietmar-Hopp-Sportpark ist um 19.00 Uhr.
Foto: Baumann