Stuttgarter Kickers ziehen ins Pokalhalbfinale ein
Die Stuttgarter Kickers stehen im Halbfinale des DB Regio-wfv-Pokals. Vor 3.780 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau setzten sich die Blauen im Regionalliga-Duell gegen den Tabellenführer SGV Freiberg mit 3:1 (1:1) durch. Nach einer intensiven und leidenschaftlichen Pokalfight, in der die Kickers zunächst einem Rückstand hinterherliefen, drehte sie das Spiel jedoch im Laufe des Abends immer stärker. Nach den Treffern von Melkamu Frauendorf (32.), Per Lockl (66.) und einem Geniestreich von David Tomić in der Nachspielzeit zogen sie den Erfolg verdientermaßen auf ihre Seite.
Vier Änderungen bei den Blauen
Kickers-Cheftrainer Marco Wildersinn änderte seine Startelf auf vier Positionen und begann mit Samuel Unsöld, Flamur Berisha, Frauendorf und Tomić für Lukas Kiefer, Nico Fundel, Nevio Schembri und Marlon Faß.
Freiberg erwischt den besseren Start
Die Elf von SGV-Trainer Kushtrim Lushtaku erwischte zunächst den besseren Start und setzte früh Akzente. Die Kickers meldeten sich zwar in der 10. Minute mit einem ersten Abschluss von Lockl an, doch das Team vom Wasen hatte die besseren Möglichkeiten. Minos Gouras verpasste eine Hereingabe freistehend vor Felix Dornebusch (11.).
In der 17. Minute ging Freiberg dann schließlich in Führung: Nach einem Foul von Mario Borac an Gouras zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Gal Grobelnik übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß sicher zur Führung für die Wasenelf. Freiberg blieb danach zunächst gefährlich und kam vor allem über Standards zu weiteren Möglichkeiten. Die Kickers hatten in dieser Phase Mühe, Zugriff auf die Partie zu bekommen.
Frauendorf mit dem Ausgleich vor der Pause
Doch mit zunehmender Spielzeit kämpften sich die Blauen immer besser in die Begegnung. In der 32. Minute folgte der Ausgleich: Flamur Berisha spielte einen starken Ball in den Lauf von Frauendorf, der flach ins rechte Eck zum 1:1 traf. Bis zur Pause blieb die Partie intensiv. Freiberg kam unter anderem nach mehreren Ecken zu Möglichkeiten zur erneuten Führung. Der Ex-Blaue Paul Polauke (35.) und Julian Kudala (33./36.) scheiterten an Kickers-Keeper Dornebusch, der mehrfach stark parierte. Grobelnik konnte mit seinem Lattentreffer eine weitere gute Chance nicht nutzen (36.).
Offener Schlagabtausch nach dem Seitenwechsel
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams suchten den Weg nach vorne – zuerst versuchte es Tomić mit einem Weitschuss (50.), während Freiberg durch Kapitän Marco Kehl-Gómez, Ryan Adigo und erneut gefährlich wurde. Auf der Gegenseite klärte SGV-Torhüter Ante Eljuga den schnellen Gegenzug nach einem weiten Abschlag von Dornebusch auf Flamur Berisha (57.)
In der 66. Minute gelang den Kickers schließlich die Wende: Nach schöner Vorarbeit von Tomić kam Lockl zum Abschluss und jagte das Spielgerät mit Wucht in den Winkel – die 2:1-Führung für die Platzherren.
Tomić entscheidet die Partie
Freiberg erhöhte in der Schlussphase noch einmal den Druck, kam jedoch gegen eine leidenschaftlich verteidigende Kickers-Defensive nicht mehr entscheidend durch. Stattdessen sorgten die Blauen in der Nachspielzeit für die Entscheidung: Nach einem Konter über das halbe Spielfeld erkannte Tomic aus über 30 Metern, dass SGV-Torhüter Eljuga zu weit vor seinem Tor stand, und hob das Lederl sehenswert zum 3:1-Endstand ins Netz (90.+3). Die Waldau stand Kopf und feierte ausgelassen den Halbfinaleinzug der Blauen.
Im Kampf um die Endspielteilnahme des wfv-Verbandspokals treffen die Kickers auswärts auf den Sieger der Begegnung FC Holzhausen – FV Ravensburg.
Stimmen zum Spiel
Kickers-Cheftrainer Marco Wildersinn ordnete den Erfolg anschließend so ein:
„Speziell in der Anfangsphase und der kompletten ersten Hälfte hat man gesehen, dass Freiberg eine enorme Qualität hat. Wir haben uns am Anfang oft abkochen lassen und waren nicht gut am Ball. Aber wir haben uns ins Spiel reingefightet. Der Ausgleich hat uns Mut gegeben.“
Besonders hob der Trainer die Leistung von Torhüter Christian Dornebusch hervor: „In drei oder vier Situationen hat man seine besondere Qualität gesehen. Die haben wir ein Jahr vermisst – jetzt zeigt er eindrucksvoll, dass er wieder da ist.“
Aber auch die Mentalität seiner gesamten Mannschaft betonte Wildersinn: „Wir haben uns reingebissen, mit Herzblut und Leidenschaft gespielt. Am Ende zählen die Tore – und heute haben wir unsere Momente genutzt.“
Mit diesem leidenschaftlichen Pokalabend sichern sich die Blauen den Einzug ins Halbfinale – und belohnen sich für eine starke kämpferische Leistung auf der Waldau.
Ausblick
Am kommenden Samstag, 21.03.2026 empfangen die Stuttgarter Kickers den KSV Hessen Kassel zum nächsten Heimspiel in der Regionalliga Südwest unter dem Fernsehturm. Anpfiff ist um 14.00 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau.
Foto: Baumann